Tiere im Nationalpark

Steinbock, Adler, Mankein und Bartgeier

Als der Nationalpark Berchtesgaden 1978 gegründet wurde, sollte damit auch ein Rückzugsort für die gefährdeten Tierarten der Alpen geschaffen werden. Hier im Nationalpark finden die Tiere unberührte Natur, in die der Mensch nicht eingreift. Immerhin lautet das Motto des Alpen-Nationalparks in Bayern: “Natur Natur sein lassen”. So haben sich die Tiere ihren Platz in den Berchtesgadener Bergen rund um Königssee und Watzmann zurückerobert.

Wiederansiedlung der Bartgeier

Seit 2021 wurden zehn Bartgeier in die Natur des Nationalparks ausgewildert. 140 Jahre nachdem der Mensch sie ausgerottet hat, fliegen die gefährdeten Giganten nun wieder durch die Lüfte der deutschen Alpen. Das Gemeinschaftsprojekt hat das Ziel, die zentraleuropäische, alpine Population dieser seltenen Vogelart entscheidend zu unterstützen und sie vor allem in den Ostalpen wieder anzusiedeln.

Überflug eines Bartgeiers
Weyrichfoto | Hansruedi Weyrich

Der Bartgeier

Die Spannweite des Bartgeiers ist größer als die des Adlers. Früher galt dieses Tier als Fressfeind des Menschen und wurde beinahe ausgerottet.

Die Tierwelt des Nationalparks Berchtesgaden

Die Tierwelt des Nationalparks Berchtesgaden ist sehr vielfältig. Neben so prominenten und beliebten Vertretern wie Alpendohle, Auerhahn und Apollofalter findest Du hier auch zahlreiche weniger bekannte Arten, die sich an das Leben in alpinen Lebensräumen angepasst haben. Kürzlich wurde im Nationalpark sogar eine neue Art entdeckt: eine Trauermücke namens Leptosciarella gretae – einen deutschen Namen gibt es nicht. Forscher haben das Insekt in einer Quelle nahe der Bindalm im Klausbachtal gefunden. Die Anzahl der Wirbellosen lässt sich nur schätzen: Experten rechnen mit 5.000 bis 20.000 verschiedenen Arten.

15 Fischarten leben in den Gewässern des Nationalparks. Hinzu kommen acht Amphibien- und sechs Reptilienarten. Typisch für den Nationalpark Berchtesgaden sind zwei lackschwarze Gesellen: der Alpensalamander, auch „Bergmandl“ genannt, und die Kreuzotter, die aufgrund ihrer regional schwarzen Färbung den Beinamen „Höllenotter“ erhalten hat. Vier Steinadlerpaare ziehen rund um Watzmann und Königssee ihre Jungvögel groß und stehen stellvertretend für rund 100 Brutvogelarten in Deutschlands einzigem Alpen-Nationalpark. 40 weitere Vogelarten besuchen das Schutzgebiet regelmäßig, ohne zu brüten.

Halte beim Wandern und Bergsteigen Ausschau nach Murmeltieren, Steinböcken und Gämsen: Hoch über dem Königssee kannst Du sie oft gut beobachten. Insgesamt haben Forscher 55 verschiedene Säugetierarten gezählt – darunter seltene Vertreter wie die Bartfledermaus, eine der kleinsten europäischen Fledermausarten, und der Baummarder.

Steinadler

Der Steinadler

Früher war der Steinadler in ganz Europa weit verbreitet, wurde aber systematisch gejagt. Deshalb kommt er heute nur noch in wenigen Gebirgsregionen vor, unter anderem in den Berchtesgadener Alpen. Im Nationalpark Berchtesgaden hat der Steinadler ein geschütztes Revier gefunden.

Mankei: das Alpenmurmeltier

Das Mankei

Das Mankei, wie das Alpenmurmeltier auch genannt wird, ist das größte Nagetier in den Berchtesgadener Alpen. Während seines sechs bis sieben Monate langen Winterschlafs lebt es ausschließlich von körpereigenen Fettreserven. So kann das Tier auch karge Gebirgshöhenlagen besiedeln.

Gämse

Die Gams

Die Gämse – vor der Rechtschreibreform Gemse und in der Jägersprache Gams genannt – ist das typische Wildtier der Berchtesgadener Alpen. Im Gegensatz zum Hirsch wirft die Gams ihr Geweih im Winter nicht ab, wechselt aber – für den Laien kaum merklich – die Farbe ihres Fellkleides.

Steinbock

Der Steinbock

Der Steinbock ist ein geschickter Kletterer. In den 1930er Jahren wurde er zu Jagdzwecken wieder in den Berchtesgadener Bergen angesiedelt – nachdem er im ausgehenden Mittelalter bis zum letzten Exemplar gejagt worden war. Sein imposantes gebogenes Gehörn kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen.

Weitere Tiere im Nationalpark Berchtesgaden

  • Rothirsch im Nationalpark Berchtesgaden
    Der Rothirsch
  • Ein Fuchswelpe mit einer Maus als Beute
    Der Rotfuchs
  • Die Amsel
    Die Amsel
  • Schneehase im Nationalpark Berchtesgaden
    Der Alpenschneehase
  • Baummarder
    Der Baummarder
  • Hermelin
    Das Hermelin
  • Waldameisenhaufen im Wald
    Die Rote Waldameise
  • Zilpzalp
    Der Zilpzalp
  • Alpendohle am Hohen Brett
    Die Alpendohle
  • Graureiher
    Der Graureiher
  • Elritze
    Die Elritze
  • Bergeidechse
    Die Bergeidechse
Dachs

Der Dachs

Der Dachs ist zwar ein Allesfresser, besonders gerne frisst er aber Regenwürmer – sie machen mehr als die Hälfte seiner Nahrung aus. In der volkstümlichen Fabel wird das Raubtier aus der Marderfamilie als Grimbart bezeichnet.

Weinbergschnecke

Die Weinbergschnecke

Die Weinbergschnecke kommt vor allem auf kalkreichen, nicht zu trockenen Böden in lichten Wäldern, Gebüschen und offenen Lebensräumen vor. Eine ausgewachsene Weinbergschnecke kann bis zu zehn Zentimeter lang und etwa 30 Gramm schwer werden. Das braune Schneckenhaus erreicht einen Durchmesser von etwa drei bis fünf Zentimetern.

Habicht

Der Habicht

Weil der Habicht auch Hausgeflügel erbeutet, haben sich im Laufe der Jahrhunderte abergläubische Praktiken entwickelt, um den Habicht von Tauben und Hühnern fernzuhalten. Diese Praktiken waren von Region zu Region unterschiedlich.

Ein Auerhahn in ganzer Pracht

Das Auerwild

Das Auerhuhn und vor allem der Auerhahn sind die größten Hühnervögel Europas. Das Auerwild ist sehr scheu und stellt große Anforderungen an seine Umgebung. Der Nationalpark Berchtesgaden ist einer der wenigen Lebensräume des Auerwilds in Europa.

Weitere Tiere im Nationalpark Berchtesgaden

  • Ringelnatter
    Die Ringelnatter
  • Schwarzspecht
    Der Schwarzspecht
  • Kernbeißer
    Der Kernbeißer
  • Kaisermantel
    Der Kaisermantel
  • Alpenbock
    Der Alpenbock
  • Haselhuhn
    Das Haselhuhn
  • Alpensalamander
    Bergmandl: der Alpensalamander
  • Buchdrucker
    Der Buchdrucker: der Borkenkäfer
Augsburger Bär: Seltener Schmetterling im Nationalpark Berchtesgaden

Der Augsburger Bär

Eine kleine Sensation! Im Jahr 2019 war die Suche nach dem „Augsburger Bären“ noch erfolglos. Das Vorkommen der Schmetterlingsart zeigt den hohen Wert des Gebiets als Rückzugs- und Lebensraum für bedrohte Arten.

Eine 3 Jahre alte Seeforelle aus dem Wiederansiedlungs-Projekt

Die Seeforelle

Mit einer Länge von bis zu 100 Zentimetern wird die Seeforelle auch als „Königin der Alpenseen“ bezeichnet.