Alpendohlen am Berchtesgadener Hochthron

Die Alpendohle

Bei den Einheimischen als Steintahe bekannt

Jeder Bergsteiger und Wanderer kennt die Schwärme von schwarzen Alpendohlen, die sich mit Begeisterung von den Krümeln an Brotzeitplätzen ernähren. In Berchtesgaden, wie auch im restlichen Bayern, ist die Alpendohle unter dem Namen Steintahe bekannt.

  • Alpendohlen
  • Alpendohlen am Berchtesgadener Hochthron
  • Alpendohle am Hohen Brett
  • Alpendohle im Nationalpark Berchtesgaden

Details zur Alpendohle

  • Pyrrhocorax graculus

  • 38cm

  • Felswände

  • bis 2.300m

  • Diese Vögel treten in Schwärmen auf und sind oft sehr zutraulich. Man trifft sie bei Wanderungen in der Nähe von Brotzeitplätzen, an Berghütten und auf Berggipfeln an.

Die Alpendohle: Ein geschickter Flieger

Die Alpendohle ist etwa taubengroß und trägt ein glänzend schwarzes Federkleid, von dem sich die roten Beine und der gelbe Schnabel deutlich abheben. Die Männchen sind zwar meist ein wenig größer und schwerer als die Weibchen, lassen sich aber sonst nicht von letzteren unterscheiden. Die Jungtiere sind meist matt-schwarz gefärbt und verfügen über eine schwarze Beinfärbung. Ausgewachsene Alpendohlen messen eine Körperlänge von 34 bis 38 cm und eine Spannweite von 75 bis 85 cm. Die Alpendohlen sind sehr gesellig und treten häufig in Schwärmen auf. Charakteristisch sind ihr akrobatischer Segelflug und ihre pfeifenden und zirpenden Rufe.

Die Verbreitung der Alpendohle erstreckt sich von Spanien und Marokko über den Alpenbogen, den Balkan und den Kaukasus bis ins Himalaya. Im Hochgebirge leben Alpendohlen oberhalb der Baumgrenze bis zu 4000 m Höhe, wobei sie im Winter auch im Tal angetroffen werden, wo sie nach Futter suchen. Sie bevorzugen freie Flächen in montaner oder alpiner Umgebung, können jedoch große Strecken zwischen ihren Nist- und Schlafplätzen und ihrem Nahrungshabitat zurücklegen. Neben Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken und kleinen Wirbeltieren gehören auch Beeren und Abfälle zur Kost der Alpendohlen. Am liebsten ernähren sich die Dohlen aber von den Überresten der Brotzeit von Wanderern und Bergsteigern.

Die Balz kann bei Alpendohlen das ganze Jahr über beobachtet werden, konzentriert sich aber auf die Winterzeit. Paarbindungen werden durch Futtergeschenke und gegenseitiges Füttern gefestigt und halten meist ein Leben lang. Die Nistplätze befinden sich vorzugsweise an Felswänden in Nischen, Löchern und Höhlungen und werden zwischen April und Juni errichtet. Das Weibchen legt 3 bis 5 Eier, aus welchen nach 17 bis 21 Tagen die Jungtiere schlüpfen. Nach weiteren 30 bis 40 Tagen fliegen sie dann zum ersten Mal aus.

Alpendohlen sind geschickte Flieger, die ihre Wenigkeit und thermische Aufwinde zu nutzen wissen, um scheinbar mühelos durch die Lüfte zu gleiten. Dabei nutzen die Tiere spielerisch die Gegebenheiten des Geländes und stürzen sich bisweilen mit angelegten Flügeln steil herab, nur um sich kurz darauf im Segelflug von der Thermik wieder hinauftragen zu lassen. Durch die gesellige Lebensweise der Alpendohlen sind sie meist in größeren Gruppen anzutreffen und verfügen über ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Dabei werden Zusammengehörigkeit, als auch Dominanz der Tiere über Körperhaltung, Stimmungslaute, soziale Interaktionen und bisweilen auch Kämpfe geregelt.