Grenzgänge in der Bergwelt
Alexander wird am 30.12.1968 im oberbayerischen Trostberg als zweites von drei Kindern geboren. Schon von früher Kindheit an werden die Kinder von den Eltern, Thomas und Maria Huber, in die Welt der Berge entführt. Vor allem der Vater, der selbst in Bergsteigerkreisen durch schnelle und frühe Begehungen von Westalpenrouten wie der Droites-Nordwand einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt, trägt Schuld am Extremalpinismus seiner Söhne.
So werden mit dem Vater regelmäßig die Westalpen besucht und dabei nicht weniger als 30 Viertausender bestiegen. Ab dem 15. Lebensjahr bildet dann die Seilschaft der Huberbuam die Grundlage für die weitere Entwicklung. Der staatlich geprüfte Bergführer und Diplomphysiker zählt heute zu den erfolgreichsten Allroundbergsteigern der Welt.
Bekannt wurde Alexander zuerst durch seine Erfolge im Sportklettern. Als erster überhaupt kletterte er Mitte der Neunziger mit “Weiße Rose” und “Open Air” (XI+/9a+) Routen im oberen elften Grad. Zudem gelingt ihm 1995 an der 1.000 Meter hohen Granitmauer des El Capitan im Yosemite Valley die erste Rotpunktbegehung der legendären “Salathé” (X-/5.13b) – und gilt heute mit der “Zodiac” (X/5.13d) und fünf weiteren ersten freien Begehungen am El Capitan als der Protagonist des Freikletterns an Bigwalls.
1997 leitet er die Expedition nach Pakistan ins Karakorum und es gelingt die erste Begehung der Westwand des Latok II (7.108 m). Er und sein Team übertragen damit erstmals das Bigwallklettern auf über 6.000 Meter und damit auf die großen Berge der Welt. Ein Jahr später steht er dazu noch auf dem Gipfel des sechsthöchsten Berges der Welt, dem Cho Oyu (8.201 m), und auch andere Weltberge wie der Cerro Torre und der Fitz Roy in Patagonien gehören zu seiner Liste erfolgreicher Besteigungen. Ende 2008 bestiegen die Huberbuam mit dem Ulvetanna den schwierigsten Berg der Antarktis und hinterließen mit der Westwand des Holtanna die schwierigste Route auf dem vereisten Kontinent. Weitere Höhepunkte bilden die im August 2009 realisierte erste Rotpunktbegehung der berühmten Route “Eternal Flame” (IX+/5.13a) am Nameless Tower (6.251 m) und die im August 2012 realisierte erste freie Begehung der “Bayerischen Direttissima” (X-/5.13b) am Mount Asgard.
Im Winter 2000 eröffnet er an der Westlichen Zinne im Alleingang eine neue Route im großen Dach der Nordwand. Ein Jahr später klettert er genau diese Route, die “Bellavista” (XI-/8c) schließlich frei und kreiert damit eine der schwierigsten alpinen Felsrouten überhaupt. Fortsetzungen im Erschließen alpiner Mehrseillängenrouten finden sich 2006 mit der Erstbegehung der Route “Pan Aroma” (XI-/8c), ebenso am großen Dach der Westlichen Zinne – auch heute noch eine der anspruchsvollsten Mehrseillängenrouten der Welt.
Ebenfalls an den Drei Zinnen klettert er 2002 die “Direttissima” (VIII+/7a+) der Großen Zinne free solo, zwei Jahre später verschiebt er nochmals die Grenzen mit der Route "Kommunist” (X+/8b+), der weltweit einzigen Route in diesem Grad, die free solo geklettert wird. Mit dem Grand Capucin gelingt ihm im August 2008 die erste Free-Solo-Besteigung des schwierigsten Alpengipfels.
Die Alpen sind eben auch heute noch ein würdiger Spielplatz für echte Grenzgänge und genau das hat Alexander immer wieder gezeigt. Ob die erste Rotpunktbegehung der “Voie Petite” (X/8b) am Grand Capucin oder die Erstbegehung der “Schweizernase” (VII+/A3) am Matterhorn – sie gehören jeweils zum Besten und Schwierigsten, was in alpinen Wänden der Welt realisiert wurde.
Alexander und Thomas sind Allrounder und genau diese Fähigkeiten ermöglichen es den beiden, zum kleinen Kreis der schnellsten Seilschaften der Welt zu gehören. Derzeit haben die Huberbuam mit der “Zodiac” in 1:51,34 die schnellste Begehung eines Bigwalls am El Capitan inne – so wie sie 2007 und 2008 mit der “Nose” in 2:45,45 den Speed-Rekord an der wohl berühmtesten Felsroute der Welt innehielten. Die Versuche, den Speed-Rekord an der “Nose” zu holen, bildeten die Grundlage zum Kinofilm “Am Limit”.