Sicht von der Mordaualm auf den Blaueisgletscher

Da Kuah auf da Spur

Von Blog-Autorin Christina Stanislaus

Wo kommt eigentlich unsere Milch her? Um das herauszufinden, hat die Molkerei Berchtesgadener Land ein neues Wanderrouten-Projekt ins Leben gerufen: „Da Kuah auf da Spua“. Denn der Molkerei ist es ein Herzensanliegen Gesellschaft und Landwirtschaft näher zusammenzubringen – nur wer weiß, wie viel Arbeit hinter der Milchwirtschaft in der Bergregion steckt und wie sie die Einzigartigkeit eines gesamten Gebietes sichert, kann die Landwirtschaft in unserer Region auch entsprechend schätzen.

Zum Auftakt des Wanderrouten-Projekts hat die Molkerei die Presse eingeladen, sich gleich selbst auf die Spurensuche zu machen und gemeinsam den Alm-Erlebnis-Weg Ramsau, eine der vier „da Kuah auf der Spur“-Wanderrouten, zu entdecken.

Bei traumhaftem Wetter treffen wir uns am Taubensee Parkplatz in Ramsau. Nach der Begrüßung von Barbara Steiner-Hainz, Leiterin Presse bei der Molkerei, machen wir uns frisch gestärkt nach dem Genuss des neuen Latte Macchiato (schmeckt sehr fein ) der Molkerei auf den gemeinsamen Weg zur Mordaualm. Begleitet werden wir auch vom Geschäftsleiter der Molkerei, Bernhard Pointner, und Barbaras Pressekollegin Susanne Wendt sowie von Dr. Klaus Burger, Regionalleiter der Bergwacht Chiemgau.

 

Jede Menge Informationen zur Almwirtschaft

Nach wenigen Höhenmetern erreichen wir schon die erste Infotafel und Barbara erläutert uns die dargestellten Informationen. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter zur nächsten Tafel, heiß ist es heute und alle Teilnehmer gönnen sich einen großen Schluck Wasser aus den mitgebrachten Trinkflaschen der Molkerei. Bei einigen der Infotafeln finden sich QR-Codes, um weitere Informationen über das Handy abzurufen, bei anderen nicht – ja, in den Bergen hat das Handy nicht immer Empfang. Die Infotafeln geben allerlei Einblicke:

  • warum Almwirtschaft ein Hotspot für Artenvielfalt ist
  • was „Schwenden“ bedeutet und warum es für den Erhalt der Almen so wichtig ist
  • unter welchen Bedingungen sich ein Landwirt „Bergbauer“ nennen darf
  • wo man einen Rundumkaser (den Urtyp der Almhütten) entdecken kann
  • warum im Nationalpark Berchtesgaden Almwirtschaft betrieben werden darf

Insgesamt gibt es bisher vier „Da Kuah auf da Spur“ Wanderrouten, sie befinden sich alle im Milcheinzugsgebiet der Molkerei und bedienen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Seit kurzem sind die Touren auch im Online-Wanderportal Komoot zu finden und natürlich auch auf der Molkerei Website www.bergbauernmilch.de.

Auf der Mordaualm

Nach gut einer Stunde sind wir auf der Mordaualm angekommen. Die Mordaualm bewirtschaften drei Landwirte, wir kehren heute beim Hinterkeilhofkaser der Familie Koller aus Bischofswiesen ein. Kathi und Josef Koller begrüßen uns herzlich gemeinsam und stellen uns ihre Sennerinnen Antonia und Magdalena vor. Die schönsten Plätze vor dem Kaser sind heute für uns reserviert, dankbar nehmen wir die schattigen Plätze ein und genießen selbstgemachte Almkräuterschorle. Bernhard Pointner bietet uns einen echt interessanten Einblick in die deutsche Milchwirtschaft – warum Discountermilch so billig ist und warum sich trotzdem so viele Menschen in Deutschland für die Produkte der Molkerei Berchtesgadener Land entscheiden.

  • Geschäftsführer Bernhard Pointer
  • Sennerinnen und Almbauer der Mordaualm

Denn hier stehen Geschichten dahinter und Familie Koller mit ihrem Hinterkeilhofkaser ist ein echtes Aushängeschild der Molkerei. Auf der Weidefläche wurden bei einer Zählung über 170 verschiedene Pflanzenarten nachgewiesen, auf intensiv bewirtschafteten Flächen lediglich knapp über zehn. Dieser Unterschied lässt sich auch in der Milch feststellen – nicht nur im Geschmack sondern auch im Fettgehalt. Auf der Wiese oberhalb des Kasers stehen die Kühe, es sind Pinzgauer. Aus meiner Sicht sind das die schönsten Kühe, aber für die Bergbauern punkten sie vor allem dadurch, dass sie sehr hochwertige Milch liefern und auch das Fleisch besonders gut schmeckt.

  • Milchkanne der Mordaualm
  • Pinzgauer Kühe auf der Alm

Beim Rundgang durch den Kaser erzählt uns Josef Koller, welche Arbeiten im Sommer für die Sennerinnen zu bewältigen sind. Antonia und Magdalena stehen früh auf, denn zunächst müssen die Kühe gemolken werden. Dann wird gebuttert und gekäst, anschließend gebacken – die beiden ausgebildeten Hauswirtschaftsmeisterinnen haben ordentlich zu tun, bevor die ersten Gäste am Hinterkeilhofkaser einkehren. Josef gibt uns Tipps, wie wir uns auf der Alm gegenüber den Kühen richtig verhalten sollen – das Allerwichtigste: in Ruhe lassen und nicht versuchen, zu streicheln.

  • Vor dem Kaser
  • Almkäse
  • Die Sennerinnen

Nach dem Rundgang nehmen wir wieder unsere Plätze ein und Magdalena und Antonia tischen wunderschöne und liebevoll zubereitete Brotzeitplatten auf. Der Almkäse schmeckt köstlich, wir lassen es uns schmecken und genießen den Blick auf die Berge.

Bei Kaffee und Kuchen (oja, die zwei Sennerinnen verstehen es auch, richtig leckere Kuchen zu backen!) ziehen vom Süden her immer mehr dunkle Wolken auf – der Wetterbericht hat Gewitter für den Nachmittag angezeigt und wir machen das, was uns Klaus von der Bergwacht noch vor der Brotzeit erklärt hat – rechtzeitig heimgehen bzw. umkehren. Und so machen wir uns gesammelt mit flottem Schritt auf den Weg zurück. Das Timing ist perfekt, die paar Tropfen bis unten haben uns nicht einmal nass gemacht!

 

Nach einem herzlichen Dankeschön an alle Beteiligten verabschieden sich Barbara und Susanne gemeinsam mit Bernhard Pointner von den Teilnehmern der Presseveranstaltung. Einige von ihnen sind heute früh gemeinsam aus München gekommen und werden jetzt noch einen Abstecher in den Milchladen der Molkerei Berchtesgadener Land in Piding machen.

  • Brotzeitplatte
  • Da lässt´s sich aushalten