Richtiges Verhalten auf der Alm

Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Weidetieren

Während des Almsommers kann es bei Begegnungen von Wanderern mit Tieren auf der Alm hin und wieder zu gefährlichen Situationen kommen. Die bekannten Fälle sind zwar sehr selten, aber eine gewisse Vorsicht ist beim Wandern auf Almen und anderen offenen Weideflächen geboten. Um gefährliche Situationen zu vermeiden, solltest Du einige Empfehlungen beachten und die wichtigsten Verhaltensweisen der Almtiere kennen. Besonders kritisch kann die Situation werden, wenn Du mit Hund auf einer Alm unterwegs bist und auf eine Kuhherde triffst.

Es gibt verschiedene Arten von Rinderherden auf der Alm:

  • Mutterkühe und ihre Kälber: Diese Herde besteht aus Muttertieren und ihren Kälbern. Die Jungtiere sind neugierig, aber Achtung: Muttertiere verteidigen ihre Kälber wegen ihres ausgeprägten Schutzinstinkts impulsiv.
  • Jungtiere: Diese jüngeren Tiere sind vor allem übermütig, sehr bewegungsfreudig und neugierig. Beim Kontakt mit Menschen kann es rasch zu unkontrollierten Bewegungen kommen.
  • Kuhherde: Sie besteht aus Kühen, die regelmäßig gemolken werden. Die Kühe sind den engen Kontakt mit Menschen gewohnt, deswegen verhält sich diese Herdenart am ruhigsten.

Verhaltens-Tipps bei Begegnungen mit Kühen auf der Alm

Verlasse nicht die offiziell ausgewiesenen Wanderwege. Auf den Almen führen die Wanderwege aber oft über offene Weideflächen. Um Unfälle mit Kühen auf der Alm zu vermeiden, hat der Bayerische Bauernverband diese zwölf Verhaltensregeln formuliert:

  1. Eine Alm ist kein Streichelzoo! Meide direkten Kontakt mit den Tieren.
  2. Mach keine Selfies mit Weidetieren.
  3. Halte Abstand!
  4. Mach einen Bogen um Herden mit Kälbern. Kühe schützen ihre Kälber!
  5. Geh langsam durch die Weide.
  6. Mach keine hektischen Bewegungen. Tiere sind schreckhaft.
  7. Mach keinen Lärm.
  8. Trenne keine einzelnen Tiere von der Herde.
  9. Leine Deinen Hund an! Kühe reagieren instinktbedingt nervös auf Hunde. Bei Gefahr: Lass Deinen Hund von der Leine!
  10. Achte auf Warnsignale der Kühe, zum Beispiel Senken des Kopfes, Scharren, Brüllen.
  11. Nähere Dich Kühen nicht von vorne. Kühe haben ein ausgeprägtes seitliches Sichtfeld.
  12. Kehre den Kühen nicht unbeobachtet den Rücken zu.

Vorsicht bei Begegnung von Hunden und Kühen auf der Alm

Trifft ein Wanderer mit einem Hund auf eine Kuh oder ein Jungtier, bleibt das Rind meist erst einmal stehen und fixiert den Hund. Dabei hebt und senkt es den Kopf, geht etwas in die Knie und schnaubt – das heißt: Es riecht intensiv, weil es relativ schlecht sieht. Dann geht das Rind meist einige, oft langsame Schritte in Richtung seines Ziels, bevor es losläuft.

Wenn es nicht unbedingt nötig ist, solltest Du den grasenden Tieren nicht zu nahe kommen und vor allem Kälber nicht streicheln oder füttern. Die Tiere könnten beim nächsten Wanderer gereizt reagieren. Das kann zu Missverständnissen führen, bei denen sich der Wanderer bedroht fühlen kann. Zeigt eine Herde Unruhe oder wirst Du bereits von Tieren fixiert, halte unbedingt Abstand. Nimm lieber einen Umweg in Kauf. Halte Deinen Hund an der Leine und verhindere, dass er der Herde zu nahekommt oder sogar jagen will. Hunde gleichen potenziellen Feinden, insbesondere von Jungtieren, und werden daher hin und wieder von Muttertieren als Bedrohung wahrgenommen. Führe Deinen Hund immer an der Leine. Im Nationalpark Berchtesgaden herrscht Leinenpflicht, aber auch auf den Almen und Weideflächen außerhalb des Nationalparks gehört der Hund an die Leine.

Sollte es trotzdem zu einer gefährlichen Situation kommen, bewahre Ruhe und lauf nicht davon. Im absoluten Notfall versetze dem Rind mit dem Stock einen gezielten Schlag auf die Nase. Andernfalls geh langsam und gleichmäßig aus der Gefahrenzone, ohne den Tieren den Rücken zuzukehren. Das ist der einzig richtige Weg, mit einer gefährlichen Begegnung umzugehen. Wenn möglich, umgehe offene Weideflächen mit Deinem Hund.

In der Regel sind die Kühe auf der Alm aber sehr friedlich! Wenn Du unsere Verhaltenstipps beachtest, steht einer unbeschwerten Almwanderung nichts im Weg.

Freiweideflächen im Tal

Nicht nur auf den Almen im Gebirge kann es zu Begegnungen zwischen Menschen und Kühen kommen. Auch im Tal gibt es Freiweideflächen. Sei hier besonders vorsichtig: Durch diese Weidegebiete führen auch Straßen, und Kühe können plötzlich auf der Fahrbahn auftauchen.