Ramona und Nichos Gespür für Käse
Beitrag von Blog-Autor Sepp Wurm
Beitrag von Blog-Autor Sepp Wurm
Seit Anfang 2025 gibt es die Dorfkäserei Königssee. Mit ganz viel Leidenschaft verwandeln Ramona und Nicholas („Nicho“) Mühlbauer heimische Milch in feinste Käsespezialitäten.
Die Geschichte der Dorfkäserei beginnt romantisch: Auf einer Schweizer Alm lernen sich Ramona und Nicho kennen – und lieben. Er Käser aus dem Allgäu, sie Sennerin aus Schönau a. Königssee. In den Schweizer Bergen entsteht die gemeinsame Vision einer eigenen Käserei. Nach Nichos Meisterschule in Kempten und der Hochzeit im vergangenen Jahr ist es schließlich soweit: Im Verwaltungsgebäude der Fischzucht unweit des Königssees erfüllen sich die beiden ihren Traum und eröffnen Anfang dieses Jahres ihre Dorfkäserei.
Herzstück der Käserei ist ein 60 Jahre alter Kupferkessel. 750 bis 1000 Liter Milch pro Durchgang werden darin erhitzt.
Geliefert wird die Milch von drei Berchtesgadener Bauern: Vom Hochbichl- und Aschaulehen in Bischofswiesen und vom Rennerlehen (Stani) in Schönau a. Königssee. Bis zu 2000 Liter pro Woche verarbeiten Ramona und Nicho pro Woche.
Mithilfe der „Dicken Berta“, einer rund 70 Jahre alten Käsepresse aus Holland, nimmt der von der Molke getrennte Käsebruch dann seine Form an, bevor er ins Salzbad und anschließend in den Reifekeller wandert.
Dort lagern aktuell rund 300 bis 350 Laibe, die täglich mit Salzwasser gepflegt werden – ein Arbeitsgang, der mindestens eine Stunde in Anspruch nimmt. „Je länger der Käse reift, desto rassiger wird er“, erklärt Nicho. Bis der Bergkäse seinen intensiven Geschmack erhält, braucht es bis zu sechs Monate.
Von cremigem Rahmkäse über würzigen Bergkäse bis hin zu besonderen Kreationen: Der Schnittkäse mit italienischen Kräutern heißt „Zwiederwurzn“, mit Bockshornklee verfeinert heißt er „Horn(b)ochs“. Klassischer milder Hartkäse heißt bei der Dorfkäserei Königssee „Gipfelglück“. Mir schmeckt besonders gut der „Kloane Feigling“, ein Schnittkäse mit Feigen. Insgesamt acht Sorten hat die Dorfkäserei derzeit im Programm. Alle werden aus bester Rohmilch hergestellt und zeichnen sich durch einen vollen, natürlichen Geschmack aus.
Die Idee hinter der Dorfkäserei ist so einfach wie überzeugend: regionale Milch soll auch wieder regional veredelt werden. „Wir wollen das alte Handwerk des Käsemachens im Berchtesgadener Talkessel neu aufleben lassen“, sagt Nicho. Dass dieser Anspruch ankommt, zeigt die große Nachfrage: Ob im Hotel Alpenhof, in der Jenneralm (dort auch als Reibekäse für Kasspatzn) oder ganz unkompliziert im „Kaskastl“, einem alten Bauernschrank beim Gasthaus Schusterstein – der Käse vom Königssee trifft den Geschmacksnerv von Einheimischen und Gästen.
Ihre Dorfkäserei führen Ramona und Nicho im Nebenerwerb – sie arbeitet im Hauptberuf als Lehrerin, er ist Käser im österreichischen Adnet. Was als Idee auf einer Schweizer Almbegann, wurde am Königssee wahr: Ramonas und Nichos Leidenschaft für den Käse kann man nicht nur spüren, wenn man die beiden erlebt – man kann sie schmecken, in jedem Laib.
Bleibt immer auf dem Laufenden und folgt Ramona und Nicho auf Instagram @dorfkaeserei_koenigssee