Königliches Schloss Berchtesgaden
von Blog-Autorin Christina Stanislaus
von Blog-Autorin Christina Stanislaus
In Berchtesgaden dreht sich nicht alles rund um Watzmann und Königssee – nein, bei uns gibt es auch Geschichtliches und Kunstgenuss vom Feinsten im Königlichen Schloss Berchtesgaden. Und weil ich das Schloss bisher nur im Rahmen von Themenführungen gesehen habe, ist es an der Zeit, auch ein paar detailliertere kunsthistorische Einblicke zu gewinnen.
Das Königliche Schloss Berchtesgaden befindet sich mitten im historischen Zentrum, die Türme der Stiftskirche gleich neben dem Schlossgebäude bilden ein imposantes Ensemble. Kurz vor 14 Uhr finde ich mich im Schloss ein, die Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich, die viermal täglich angeboten wird. Per Aline Merz-Gödde begrüßt die Gäste in der gotischen Halle. Per Aline führt nicht nur durch das Schloss, sie ist auch geprüfte Berchtesgadener Gästeführerin und Guide in der Dokumentation Obersalzberg. Gleich zu Beginn macht sie uns auf die Besonderheiten des Schlosses aufmerksam: das Schloss war früher ein Augustiner Chorherrenstift (gegründet um 1102/1105) und wurde 1810 zur Sommerresidenz der Wittelsbacher, der bayerischen Königsfamilie.
Das Schloss wurde über die Jahrhunderte stetig erweitert und hier sind wir bei der nächsten Besonderheit: die Baustile der einzelnen Epochen sind original erhalten geblieben. Die Zeitreise durch die Räumlichkeiten des Schlosses kann also beginnen – Per Aline führt uns von der Gotik zur Renaissance und weiter zum Barock. Sie zeigt uns beeindruckende Kunstwerke in den Schlossräumen, erläutert deren Entstehung und warum sie ausgerechnet im Königlichen Schloss Berchtesgaden ausgestellt werden. Dazu zählen kunstvoll gefertigte Waffen, beeindruckende Wandteppiche, mit Intarsien gefertigte Möbelstücke und großartige Büsten – Per Aline macht die Kunst greifbar und spart nicht mit Anekdoten.
Und von einer weiteren Besonderheit erzählt sie uns: das Schloss verfügte immer schon über frisches Wasser, das vom Aschauer Weiher über Leitungen direkt in die Schlossräume führt und gleich neben der Klosterküche in ein steinernes Becken mündete. Krönender Abschluss der Führung ist der Rosengarten mit seinem unglaublichen Ausblick auf die Berchtesgadener Alpen.
Meine Lieblingsgeschichte spielt übrigens in den Prunkräumen, aber auch die Feinheit und Ausführung dieser einen meisterlich gestalteten Tischplatte hat mich echt fasziniert.