Martin und Stefan vom Bauhof Anger
Martin Seiwald

Dank Martin Seiwald und seinen Kollegen vom Bauhof Anger ist das Kneippbecken in Anger immer sauber gereinigt.

Wer zum Kneippbecken in Anger möchte, fährt erst einmal durch das „schönste Dorf Bayerns“. So hat die Gemeinde zumindest König Ludwig I genannt, weil er den Dorfplatz und die hohe Säule mit Marienfigur und Jesuskind in der Mitte besonders prächtig fand. Das schöne Panorama der Berchtesgadener Berge wird sein übriges getan haben. Zurück zum Kneippen: Das Wasserbecken liegt in einem lauschigen, schattigen Eck, zu zwei Seiten eingesäumt durch Hecken und den Waldrand. Die schmale Straße vom Dorfplatz zum Höglwörther See führt direkt vorbei. Fahren dürfen hier nur Anwohner, weshalb mehr Radl, als motorisierte Fahrzeuge unterwegs sind. Im Hintergrund liegt das Untersberg-Massiv majestätisch zwischen dem Salzburger und Berchtesgadener Land. Drüben liegen die Wiesen und Felder der idyllischen Rupertiwinkel-Bauernhöfe.

Kneippbecken Högelwörthersee

Unser Kneippbecken ist sehr beliebt bei den Radfahrern und Wanderern,“ erzählt stolz der Mann, der hier in neonfarbener Arbeiterkluft sehr oft zu sehen ist. Es ist Martin Seiwald, Angerer mit Leib und Seele und seit 1996 Bauhofmitarbeiter bei der Gemeinde. Er lebt mit seiner Frau im Elternhaus in Anger. Die beiden Kinder sind längst aus dem Haus. Sein Kollege Stefan Hogger, auch von Kopf bis Fuß in Engelbert Strauß gekleidet, ist auch mit dabei.

Einmal in der Woche kommen Martin, Stefan oder ihre Kollegen zum Kneippbecken. Dann werden die Stöpsel an Kneippbecken und Armtauchbecken gezogen. Während die Arbeiter eine Runde um den See drehen, Abfalleimer leeren und nach dem Rechten sehen, fließt das Wasser ab. Jetzt können Martin und seine Kollegen die Becken reinigen – mit dem Besen oder mit dem Hochdruckreiniger, je nach Verschmutzung. Scharfe Putzmittel verwenden sie nicht. Schließlich ist das Gelände Naturschutzgebiet und darf nicht mit Chemikalien verunreinigt werden. Nach starkem Gewitter oder Sturm checken die Bauhofmitarbeiter auch außertourlich die Lage am Kneippbecken. „Privat kneipe ich nicht,“ sagt Martin. „Aber wer kann schon behaupten, während der Arbeit etwas für seine Gesundheit tun zu können?“ fragt er augenzwinkernd.

Die Wasserqualität hat sich extrem verbessert, seit das Kneippbecken und auch das schöne Handtauchbecken an der Seite mit reinem Quellwasser befüllt wird.

  • Kneippbecken
  • Quellwasser
  • Schild beim Kneippbecken
Pritschenwagen vom Bauhof Anger

Bald werden hier neue Leitungen gelegt, Bodenplatten ausgetauscht, die Verfugung wird erneuert, der Rand stabilisiert. Es ist den Jungs vom Bauhof ein Anliegen, sich gut um das Becken zu kümmern. Es soll immer in bestem Zustand erhalten werden – für die Menschen, die in Anger leben, aber auch für die vielen Gäste, die sich hier ausruhen und erfrischen. Stefan weiß, dass es viele Einheimische gibt, die jeden Tag hierherkommen und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun: „Der direkte Nachbar, hier gleich nebenan,“ und er deutet auf das Haus mit dem farbenfroh blühenden weitläufigen Garten, „ist zum Beispiel ein wahrer Fan des Wassertretens.

Martin und Stefan packen ihre Gerätschaften zusammen und laden sie auf ihren Pritschenwagen. Der Feierabend und das Wochenende naht. Martin ist keiner, der viel verreist. Daheim findet er es am Schönsten. Radausflüge macht er gern, mit seiner Frau. Allerdings sollte die Route nicht am Kneippbecken vorbeiführen: „Sonst krieg ich wieder von meiner Gattin geschimpft, weil ich es nicht lassen kann. Am Sonntag wird nicht gearbeitet, sagt sie dann.“ Schmunzelnd winkt er aus dem orangen Fahrzeug. Und weg sind sie, die tüchtigen Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Anger.