Bea Soyter
Vollblut-Sportlerin mit Herz für den NachwuchsVon Blog-Autorin Claudia Schülein
Von Blog-Autorin Claudia Schülein
Die blonden Haare zu einem lockeren Knoten aufgesteckt, eine große Fitnessuhr am Handgelenk und ein sympathisches Lächeln im Gesicht – so präsentiert sich Bea Soyter und erzählt begeistert über ihre Faszination für einen ganze besonderen Sport. Die ehemalige Biathletin, hat längst eine neue sportliche Heimat gefunden: das Skibergsteigen, Im Winter 2012/13 wurde Bea Vize-Deutsche Meisterin am Hochgrat und feierte damit in diesem Bergsport einen ihrer sportlichen Höhepunkte.
Die gebürtige Sächsin lernte über den Biathlon ihren Mann kennen und heiratete nach Berchtesgaden. Nach ihrer Ausbildung bei der Bundespolizei wechselte sie zur Bundeswehr und wurde 2013 die erste weibliche Heeresbergführerin – ein Meilenstein, der ihre Entschlossenheit unterstreicht. Heute nimmt sie ihre beiden Kinder, darunter die Tochter, die auch bereits im Biathlon aktiv ist, regelmäßig mit in die Berchtesgadener Berge.
Bis 2021 trainierte Bea den Nachwuchs der Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins im Skibergsteigen, organisierte Trainingscamps und verschrieb sich diesem jungen Sport, dessen Wachsen sie unbedingt und tatkräftig unterstützen möchte. Nun steht ein besonderer Moment bevor: Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina 2026 wird das Skibergsteigen mit einer seiner drei Disziplinen - dem Sprint - zum ersten Mal olympisch.
Für die Nachwuchsförderung brennt Bea. Deshalb hat sie eine wichtige Rolle in der Organisation des Jugendweltcups übernommen, Am 5. Februar 2026 sprintet die Jugend am Götschen, am 7. und 8. Februar folgen am Jenner die Disziplinen Individual und Vertical. Der Weltcup findet zum wiederholten Mal im Rahmen des legendären Jennerstiers statt. Der Name des härtesten deutschen Skitourenrennens sagt schon alles: Die Kondition und Stärke eines Stiers braucht, wer hier antreten will.
Seit Wochen tüftle ich an der Streckenführung: Der erste Aufstieg darf nur 300 Höhenmeter beinhalten. Danach muss es eine Abfahrt geben, worauf der zweite Aufstieg zu erfolgen hat, der durch eine Tragepassage unterbrochen sein muss. Die Abfahrten dürfen natürlich nicht auf einer Piste stattfinden, sondern müssen im alpinen Gelände platziert sein
Beim Skibergsteigen geht es nämlich nicht nur um schnelles Höhenmetermachen und Abfahren auf Skiern. Auch Techniken wie das blitzschnelle Abnehmen der Felle oder das Abschnallen und Befestigen der Ski am Rucksack für Tragepassagen entscheiden über Sieg und Niederlage – jede Sekunde zählt.
Die jungen Athleten sollen an beiden Tagen bereits am 1.874 Meter hohen Jenner im Ziel sein, wenn jeweils der Startschuss für den Jennerstier fällt. Ein großartiges Sportereignis, das mittlerweile Kultstatus erreicht hat und eine absolute Institution im Skibergsteigen ist.
Seit November sitzt das Organisationskomitee regelmäßig unter der Leitung von Sektionsvorsitzenden Gabi Schieder-Moderegger zusammen. Die Sektion Berchtesgaden mobilisiert rund 80 ehrenamtliche Helfer, die an etwa zehn Stationen das Rennen am Laufen halten. „Unser ganzer Dank gilt diesen Menschen, die uns ehrenamtlich unterstützen. Ohne sie wäre die Durchführung unmöglich", zeigt sich Bea begeistert.
Ihr Respekt und ihre Dankbarkeit gelten auch allen Sponsoren, allen voran den Hauptsponsoren, der Jennerbahn, dem Bergerlebnis Berchtesgaden, dem Hotel Kempinski Berchtesgaden und großen Bergsportmarken, wie Dynafit.
„Wenn ich an die Atmosphäre und Stimmung am Berg denke, kribbelt mein Bauch bereits", erklärt Bea ihre Vorfreude. Sie kann es kaum erwarten, wenn die internationalen Teilnehmer aus Aserbaidschan, US-Amerika und vielen anderen Ländern am Jenner in den Startlöchern stehen und die Stoppuhren anfangen zu laufen.
Das nächste Highlight sind dann die Olympischen Winterspiele 2026. „Ich brenne darauf, unserem Nachwuchs zuzuschauen, wie sie aufs Treppchen sprinten", zeigt sich Bea zuversichtlich. Einen Großteil der Spiele wird sie aus Norwegen mitverfolgen und von dort mitfiebern – dahin muss sie nämlich beruflich.
Von der Biathlon-Vizemeisterin Deutschlands zur ersten weiblichen Heeresbergführerin, von der Nachwuchstrainerin zur Organisatorin eines Weltcup-Events – Bea Soyter hat bewiesen, dass sie Gipfel nicht nur selbst erklimmt, sondern auch den Weg für andere ebnet. Und wenn im Februar die jungen Skibergsteiger am Jenner starten, wird eine Frau am Berg stehen, die genau weiß, was es bedeutet, mit Herzblut für seinen Sport zu kämpfen.