Träume werden wahr im Rupertiwinkel
Von Blog-Autorin Claudia Schülein
Von Blog-Autorin Claudia Schülein
Mitten im Sommer bei heißem Sonnenschein ins Museum? Klar, warum nicht? Drin ist es schön kühl, und es gibt unheimlich viel zu sehen und zu erleben!
Wir haben uns an diesem herrlichen Sommertag entschieden, das Hans-Peter Porsche Traumwerk in Anger zu besuchen. Schon die Anfahrt ist ein Genuss: Die weite, hügelige Landschaft des Rupertiwinkels mit dem Blick auf die hohen Berchtesgadener Berge ist gewaltig schön. Der Mais steht hoch auf den Feldern, die Blätter wiegen sich in der Sommerbrise – kein Wölkchen trübt den blauen Himmel.
„Träume in ihrer schönsten Form“ – so wirbt das Traumwerk. Und genau so ist es. Träume, wohin das Auge reicht. Im Großen, im Komplexen ist das der Traum von Ästhet, Sammler und Visionär Hans-Peter Porsche: Seine Leidenschaft für die Marke Porsche und seine Sammeleuphorie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auf eine Art, die die eigene Begeisterung vervielfältigt. Im Traumwerk in Anger ist dieser Traum Wirklichkeit geworden.
Der Beweis folgt sofort: In der 500 Quadratmeter großen Modellbahnwelt erleben wir Gänsehaut pur, als wir einen ganzen Tag in nur 17 Minuten durchleben. Die moderne Beamer-Show mit Geräuschkulisse nimmt uns mit – wenn die Sonne aufgeht, ein Gewitter aufzieht und es blitzt und donnert, wenn nachts ein Feuerwerk den Berggipfel erhellt, die Sternschnuppen blitzen und sich der Vollmond hinter den Wolken hervorarbeitet.
Auf der riesigen Fläche bereisen wir Landschaften von Norddeutschland bis nach Bayern und Österreich. 200 Züge sind auf 2,7 Kilometer Gleis rastlos unterwegs, 540 Weichen, 176 Signale und 80.000 Bäume wurden verbaut. Stundenlang könnten wir Neues in den grandiosen Landschaften entdecken: Bogenförmige Eisenbahnbrücken, steile Wasserfälle, die Märchenlandschaft mit Rapunzel, Schlümpfe am Alpenbach oder die morgendliche Müllabfuhr. Wir fühlen uns wie Beobachter einer Parallelwelt im Mini-Format. Einer heilen Welt. Einer Traumwelt.
Im Obergeschoss kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Die historischen Blechspielzeuge sind perfekt erhalten – manche lassen sich mit heutigen Playmobil-Packungen vergleichen, andere entlocken uns ein Schmunzeln über altmodische Darstellungen. Ein überlebensgroßer Meister Petz lädt in eine künstliche Höhle ein, eine U-Boot-Fassade mit Filmprojektionen in den großen Bullaugen entführt uns in die Tiefsee, und eine Schlumpf-Sammlung winkt hinter der Scheibe.
Die Spielinsel zum Hineinkriechen und Basteln bietet willkommene Erholung nach den vielen Eindrücken. In der Comic-Abteilung lesen sich die Kinder fast fest, bis die Schautankstelle aus den 1960er Jahren wieder die Aufmerksamkeit auf die Autos lenkt. Neben den Oldtimern sind im Untergeschoss auch moderne Porsche-Klassiker ausgestellt – Autoträume hautnah.
Jetzt haben es die Kinder eilig: Die Eisenbahn am Bahnhof im 20.000 Quadratmeter großen Traumwerk Park darf nicht verpasst werden. Die Schaffnerin knipst Fahrkarten, spricht ihre Durchsage und pfeift zur Abfahrt. Auf 1,3 Kilometern schlängelt sich die Route durch das weitläufige Gelände – vorbei am historischen Zirkuszelt, dem riesigen Abenteuerspielplatz und den ungehinderten Ausblicken auf die majestätischen Berge. Jeder Bahnübergang wird durch Pfiff angekündigt und so gelingt eine lustige, unterhaltsame Runde durch den Traumwerk Park.
Nach all den Eindrücken locken kulinarische Träume. Selbst die Gastronomie bietet viel fürs Auge, dazu erfrischende Sommergetränke und saisonal leichte Gerichte, alles frisch zubereitet. Ob Traum-Frühstück oder köstliches Streetfood – auch hier hält das Traumwerk alles bereit.
Als wir das Traumwerk verlassen, sind wir uns einig: Hier wurde nicht nur gesammelt und ausgestellt, sondern eine ganze Welt der Träume erschaffen. Eine Welt, in der Kindheitserinnerungen und neue Entdeckungen aufeinandertreffen, wo Technik auf Poesie trifft und wo für jeden Besucher – ob klein oder groß – ein Traum wahr wird. Ein perfekter Sommertag, der noch lange nachwirken wird.