Abenteuer zum Anschauen und Mitfiebern
Von Blog-Autorin Christina Stanislaus
Von Blog-Autorin Christina Stanislaus
Idole im Kino und im Fernsehen bei ihren Errungenschaften in den Bergen erleben, mitfiebern, hoffen und quasi kennenlernen – Millionen Menschen erfreuen sich an großartigen Bergfilmen und Dokumentationen. Eine kleine, feine Filmfirma im Berchtesgadener Land macht genau dieses Erleben möglich: Timeline Production.
Hinter dem Namen Timeline Production stecken Max Reichel und Franz Hinterbrandner. Freunde aus Kindheitstagen, die ihr Hobby zum Beruf machten. Max, gelernter Zimmerer aus Anger, und Franz, gelernter Werkzeugmacher aus Berchtesgaden, lernten sich als zwölfjährige im Tennisverein kennen. Auf Anhieb verstanden sie sich und in den folgenden Jugendjahren probierten sie so ziemlich jede Sportart gemeinsam aus, die daheim vor der Haustür machbar ist: Skifahren, Snowboarden, Gleitschirm fliegen und Kajak fahren gehörten dazu. Bei den sportlichen Ausflügen filmten und fotografierten sich die abenteuerlustigen Burschen immer gegenseitig.
Mit achtzehn entdeckten sie dann das Klettern für sich und auch hier hielten sie die ersten Gehversuche mit der Kamera fest – am Kletterfelsen in Karlstein bei Bad Reichenhall lernten sie dann zwei Männer kennen, die schon eine gewisse Bekanntheit in der Kletterszene hatten und seit spätestens 2010 mit der Milchschnitten-Werbung auch einem sehr breiten Publikum bekannt sind: Alexander und Thomas Huber, die Huberbuam.
Den Huberbuam, die in den späten 90er Jahren bereits mit Diavorträgen aufgetreten sind, fiel auf, dass sich Max und Franz immer filmten. So kam das eine zum andere, die ersten Filmsequenzen von den Huberbuam wurden gedreht und 2001 beschlossen Max und Franz eine Filmfirma zu gründen – die Geburtsstunde von Timeline Production. Den Durchbruch feierte Timelime mit dem Film „Klettern am Limit – Die Huberbuam“, eine Auftragsarbeit für den Bayerischen Rundfunk im Jahr 2003. Alexander und Thomas versuchen in dem Film, die monumentale Wand des El Capitan in unfassbar kurzer Zeit zu durchsteigen.
Max und Franz produzieren in den kommenden Jahren zahlreiche Expeditionsfilme, 2011 wird Red Bull Mediahaus auf Timeline aufmerksam und beginnt die Zusammenarbeit mit den beiden. 2014 kam Servus TV auf den Markt, für die Sendereihe Bergwelten produzierte Timeline bisher 45 Episoden. Ihre Arbeit führt die zwei in alle Regionen der Welt, nur zwei weiße Flecken haben sie noch: Australien und Neuseeland. Ausgerechnet der Ausbruch eines isländischen Vulkans vor einigen Jahren hat den Flug dorthin verhindert.
Es ist das Drehen in der Wand, was Timeline so erfolgreich macht – die spezielle Technik, die sich Max und Franz angeeignet haben. Denn konditionell ist es für die Filmemacher die gleiche Herausforderung, wie für die Protagonisten vor der Kamera. Jede Problemstellung verlangt eine eigene Lösung und eine angepasste Herangehensweise. Und diese ist auch sehr zeitintensiv – denn „die Sonne geht auf, die Sonne geht unter“ und in dieser Zeit wird gedreht. Flexibilität wird großgeschrieben, auch für die Familien der beiden. Seit 25 Jahren sehen sich Max und Franz beinahe täglich und dass sie häufiger miteinander telefonieren als mit ihren Ehefrauen klingt direkt logisch.
So mancher Dreh ist nicht ungefährlich. „Es ist viel nicht passiert“ so Max‘ ehrliche Antwort mit starker Betonung auf das Wort „nicht“. Das Wichtigste für die zwei bei all ihren Expeditionen: eine Geschichte mitzubringen.
Mittlerweile beschäftigt Timeline 14 Mitarbeiter. Auch ein Auszubildender gehört dazu, der in den Beruf des Mediengestalters Bild und Ton erlernt. Zusätzlich haben sich Max und Franz ein großes Netzwerk an Regisseuren und Kameramännern aufgebaut.
Ihre Ideen bringen sie mit Begeisterung an potentielle Kunden und sie erweitern ständig ihr Produktportfolio. Mit der Produktion von Imagefilmen und Social Media Content haben sie sich ein zweites Standbein geschaffen. 2019 begannen sie die Zusammenarbeit mit der Molkerei Berchtesgadener Land. Ihre Idee für die Serie „Da Kuah auf der Spur“ wurde von der Molkerei begeistert aufgegriffen und von Timeline gekonnt umgesetzt.
Das neueste Projekt ist die Serie „In höchster Not“ über die Arbeit der Bergwachten Ramsau und Grainau im Auftrag der ARD. Mit beeindruckenden Bildern werden gefährliche Rettungseinsätze in den bayerischen Alpen dokumentiert, stets aus der Perspektive der ehrenamtlichen Rettungskräfte. Begleitet werden die Bergwachtteams von der Alarmierung bis zum Abtransport des Verunfallten am Berges. Die erste Staffel mit echt Episoden kam beim TV-Publikum sehr gut an, die Produktion der zweiten Staffel hat vor wenigen Wochen begonnen.