Der Watzmann groovt
Von Blog-Autor Sepp Wurm
Von Blog-Autor Sepp Wurm
Wenn der Watzmann ruft, kann sich kaum jemand entziehen – das zeigte sich eindrucksvoll letzten Donnerstagabend bei der Open-Air-Aufführung von „Der Watzmann groovt“ am Hirschkaser. Vor der atemberaubenden Kulisse des Watzmann-Massivs verwandelt das Hollerädulljöh Ensemble das bekannte Alpendrama von Ambros, Tauchen und Prokopetz in ein humorvolles und zugleich packendes Bühnenspektakel.
Mehrere hundert Zuschauer machen sich auf den Weg zum Hirschkaser – die meisten zu Fuß oder mit dem Mountainbike, einige nutzen auch die Hirscheck-Sesselbahn, die an diesem Abend extra bis 20:30 Uhr in Betrieb ist.
Es sind keine Nebelschwaden, die an diesem Abend um die Gipfel des Watzmanns jagen. Aber dunkle Wolken tauchen die Berchtesgadener Berge auf der anderen Seite des Ramsauer Tals in eine fast schon bedrohliche Stimmung und sorgen für das perfekte Bühnenbild. Und das Wetter hält.
Auf der Terrasse des Hirschkasers präsentiert das Ensemble eine kompakte Version der bekannten Geschichte: Erzähler Edi Jäger führt das Publikum mit markanter Stimme durch die blutrünstige Sage, musikalisch begleitet von Gitarren, Bass, Ziach und Tasteninstrumenten. Der Watzmann ruft den Sohn (Konrad Stöckl) des alten Bauern (Rudi Fendt). Die verführerische Gailtalerin (Claudia Chaloupka) stürzt ihn ins Unglück – und am Ende kann auch der Bauer dem Schicksalsberg nicht widerstehen.
In einer Dreiviertelstunde bieten die Künstler die bekannten Stücke des Watzmann-Musicals dar. „Wie schallts von der Höh“, „Auffi muas i, auffi aufn Berg“, „ Vater, Vater lass mi ziagn“, „…aber mei Bua der fallt, der fallt“…. Das Publikum zeigt sich textsicher, lässt sich von der Spielfreude der Musiker anstecken und singt begeistert mit.
Ob wilde Verkleidungen, Accessoires wie ein hochgehaltenes Gamsgeweih oder kleine Texthänger – das Publikum nimmt es mit Humor und feiert die Darsteller mit viel Applaus. Immer wieder wird mitgesungen, mitgejodelt und herzhaft gelacht.
Als die letzte Note verklingt, öffnet sich der Himmel: Ein leuchtendes Abendrot taucht die Szene in magisches Licht – ein perfekter Schlusspunkt, der fast wie inszeniert wirkt.
Auch die Bergwacht Ramsau profitiert von diesem besonderen Abend: Ein Spendenhut geht gleich zweimal durchs Publikum. Zusätzlich übergibt der Vorsitzende des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden einen Scheck über 500 Euro für die Bergretter.
Nach diesem Erfolg ist eine Wiederholung nicht ausgeschlossen - denn der Ruf des Watzmann ist auch nach diesem Abend nicht verstummt!