Typisches Verhalten des Kernbeißers
Der Kernbeißer ernährt sich hauptsächlich von Samen und Früchten und schreckt auch vor Kirschen, inkl. deren Kernen nicht zurück, die er zuerst von dem Fleisch befreit und dann mit dem dicken Schnabel aufgeknackt. So wird er auch als Kirschkernbeißer, Kirschfink oder in Bayern als Kernbeißer bezeichnet. In ganz Bayern leben etwa 15.000 bis 30.000 Brutpaare des Kernbeißers. Durch das Abholzen von Auwäldern und Althölzern ist der Vogel in manchen Regionen gefährdet, nicht aber so im Nationalpark Berchtesgaden. Wer Kernbeißer bei sich zuhause fördern will, lässt am besten alte Obstbäume im Garten stehen, und pflanzt lieber Laub- als Nadelbäume.
Charakteristisch für den Kernbeißer ist sein gedrungenes Äußeres: der Stiernacken, der sehr kräftige „Nussknackerschnabel“ und das schillernd blaue Flügelband! Im Kontrast zur bulligen Gestalt des Vogels steht der Gesang: Kurze, hohe Kiekser mit einem dünnen Stimmchen! Der Kernbeißer gebärdet sich am Futterhäuschen als Platzhirsch und Raufbold, deshalb wurde er im Volksmund „Finkenkönig“ genannt. Im Sommer verteidigt ein Pärchen sein Revier, im Winter ziehen die Vögel in kleinen Trupps umher, die meist aus Familienangehörigen bestehen. Gerne nehmen die Vögel auch ein Bad. Kernbeißer brüten im Berchtesgadener Land in Laubwäldern, vor allem entlang von Flüssen. Im Winter bleiben die meisten Kernbeißer bei uns, einige ziehen nach Italien und Spanien. Zudem kommen im Winter weitere Artgenossen aus dem Norden zu uns. In fruchtenden Kirschbäumen oder Buchen haben sie ihren Lieblingsplatz, sind aber durch ihre heimliche Lebensweise im Wald kaum zu entdecken. Im Winter sind Kernbeißer aber am Futterhaus gut zu beobachten. In den Mittelmeerländern droht ihnen der Vogelfang, bei uns werden sie häufig Verkehrsopfer. Waldkauz oder Sperber stellen ihnen nach. Kleinere Singvögel meiden sie wegen ihrer Rauflust.
Der älteste Kernbeißer in Gefangenschaft wurde 19 Jahre und 5 Monate alt. Wildvögel erreichen allerdings höchstens ein Alter von 5 Jahren.