Alpenbock

Der Alpenbock

Einer der größten Käfer der Alpen

Der Alpenbock ist einer der großen Käfer der Alpen. Neben seiner unverwechselbaren Zeichnung sind die Fühler sein augenscheinlichstes Merkmal: Beim männlichen Alpenbock überragen die Fühler das Hinterteil des Käfers, bei den Weibchen erreichen sie das Körperende knapp.

  • Alpenbock-Käfer
  • Alpenbock-Käfer bei der Paarung
  • Alpenbock
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Details zum Alpenbock

  • Rosalia alpina

  • 15 bis 38mm

  • Mischwälder tieferer Lagen

  • bis 1.000m

  • Seine farbenprächtige Zeichnung macht dieses Insekt unverwechselbar. Seine Larve frisst sich 2-3 Jahre durch Totholz ehe sie sich verpuppt. Die erwachsenen Käfer hingegen leben nur wenige Tage.

Der blaue Bock ist kein Wirtshaus

Ein blauschwarzer Käfer mit langen, antennenartigen Fühlern schimmert an einer sonnenbeschienenen alten Buche. Ein seltener Alpenbock! Vermutlich lebte dieser schöne Käfer in einem zusammenhängenden Verbreitungsgebiet, das die Erwärmung nach der letzten Eiszeit aufgelöst und den Käfer in die Alpen und die kühleren Gipfellagen der Mittelgebirge zurückgedrängt hat. Mit circa drei Zentimetern Körperlänge gehört der Alpenbock zu den größeren Bockkäfern. Männchen und Weibchen sind einander sehr ähnlich, aber die Männchen sind durchschnittlich kleiner und ihre Fühler überragen die Flügeldecke beträchtlich. Die schwarzblaue Färbung macht den Alpenbock unverkennbar. Die blaue Farbe ist auf eine feine und dichte Behaarung zurückzuführen, die nur durch Vergrößerung erkennbar ist. Anfang Juli erscheinen die ersten Alpenböcke – die Männchen ein paar Tage vor den Weibchen. An warmen Tagen fliegen sie sehr häufig und öfters kann man diese schlechten Flieger bei Notlandungen nach missglückten Ausweichmanövern beobachten.

Vor allem frisch geschlagene Buchenstämme oder Brennholzstapel ziehen die Käfer an. Im Normalfall wird der besonnte Stammfuß eines potentiellen Brutbaumes besiedelt. Dort bleiben die Männchen ruhig sitzen, verteidigen ihren Baum und warten auf anfliegende Weibchen. Mit den ungewöhnlich großen und kräftigen Beinen verfolgen sie konkurrierende Männchen oder eben Weibchen, bis diese in die einstündige Paarung einwilligen. Hinterher bleibt das Männchen noch einige Zeit beim Weibchen, um ankommende Männchen abzuwehren. Ablegende Weibchen sind meistens allein anzutreffen und tasten mit dem ausgestülpten Hinterleibsende nach Verletzungen im Holz an sonnenbeschienen Stellen. Ist eine Spalte gefunden, so dringt der Legeapparat bis zu vier Zentimeter tief ein und legt mehrere Eier. Die Larven fressen zuerst im austrocknenden Holz und dringen später in das Totholz ein. Erst nach drei bis vier Jahren nähert sich die Larve wieder der Holzoberfläche, baut eine Puppenwiege, nagt einen Ausgang, verstopft ihn wieder und verpuppt sich. Nach dem Schlupf wird das Ausflugsloch oval verbreitert und der Käfer drängt sich ins Freie. Sehr unauffällig saugen erwachsene Käfer Säfte an Stammverletzungen oder sie benagen Buchenblätter.

Erwachsene Tiere werden nur wenige Wochen alt und sind spätestens ab Mitte September verschwunden. Besonders bei Wanderungen in St. Bartholomä hat man gute Chancen, den seltenen Bockkäfer zu beobachten. Auch wenn der Nationalpark weitere geeignete Lebensräume bis in Höhen von 1.500 m bietet – es ist immer auch ein bisschen Glück im Spiel, dass man dem Alpenbock begegnet. Die Käfer hasten bei Gefahr nach oben und retten sich im Geäst, oder lassen sich einfach fallen und verkriechen sich am Boden oder starten bei genügend Höhe einfach durch.

Der Alpenbock siedelt in vielen isolierten Populationen nicht nur in den Alpen sondern auch von Spanien bis zum Südural. Wegen seiner Vorliebe für Buchenholz ist sein Nachwuchs akut gefährdet. Sollten Sie auf Ihren Wanderungen einen Alpenbock sehen, dann melden Sie bitte diese seltene Begegnung der Nationalparkverwaltung.

Alpenbock-Familie am „Haus der Berge“ entdeckt

In einem mächtigen Ahorn-Totholzstamm im Außengelände des Nationalparkzentrums „Haus der Berge“ hat eine Alpenbock-Familie ein Zuhause gefunden. Der auffällig blauschwarz gezeichnete, und mit knapp vier Zentimetern Länge auffällig große Käfer wird in der Roten Liste Bayerns und Deutschlands als „stark gefährdet“ geführt. Kürzlich beobachteten Nationalpark-Mitarbeitende die Paarung der seltenen Insekten, auch die anschließende Eiablage entging der Kamera nicht. Wie bei vielen Insektenarten üblich, ist auch beim Alpenbock das Männchen deutlich kleiner als das Weibchen. Der Nachweis dieser seltenen Käferart freut Nationalpark-Leiter Dr. Roland Baier ganz besonders: „Das Vorkommen zeigt, wie hoch die naturschutzfachliche Bedeutung von besonntem Laubtotholz für den Erhalt der Biodiversität und wie wichtig die Vernetzung vom Nationalpark mit seinem Vorfeld ist.“ Neben dem Alpenbock bewohnt eine weitere, in Deutschland als „gefährdet“ ausgewiesene Insektenart denselben Totholzstamm: Der Kopfhornschröter ist deutlich kleiner und weniger farbenfroh gezeichnet, ist aber ebenso auf starkes Laubtotholz angewiesen und gehört zur Familie der Hirschkäfer. Der Laubtotholzstamm wird für Bildungszwecke genutzt und ergänzt das Thema Totholz in der Ausstellung „Vertikale Wildnis“.