Gut 2 Stunden Anstieg führen Dich zum Anseilplatz in einer Felsnische am Fuß der Wand. Ein Blick nach oben lässt die Spannung steigen. Kurz nach dem Einstieg siehst Du ein Warnschild, das Unsichere zur Umkehr mahnt – es gibt keinen Notausstieg. Nun folgt Genussklettern pur: Elegant, anspruchsvoll, abwechslungsreich und gespickt mit einzigartigen Ausblicken fordert der Steig Deinen vollen Einsatz. Vom Steigende geht es über den Gipfel zum Stöhrhaus zur Erholung. Für den Rückweg wählst Du die Route über den Scheibenkaser zurück zum Parkplatz Hinterossboden.
Vom Anseilplatz am Wandfuß entlang steigst Du weiter zum markierten Einstieg auf. Der hier beginnenden Seilversicherung folgend, geht es an einer Felsschuppe schräg rechts aufwärts in die Wand, anschließend in einer Zick-Zack-Passage (C) empor zu einer Rampe (B). Hast Du hier bereits Probleme, steig wieder ab, da sich die Schwierigkeiten weiter oben noch erhöhen und es keinen „Notausstieg“ gibt.
Die Rampe verfolgst Du schräg rechts aufwärts und steigst über gut gestuftes Gelände unschwierig empor (B) zu einer senkrechten Wandstufe. Über rauen, wasserzerfressenen Fels geht es gerade hoch, über einen kurzen luftigen Quergang (C/D) nach links und über etwas flacheres Gelände zum Beginn des „Gamsbandes“.
Das Gamsband (B) quert die riesige, schräg aufwärts führende Plattenrampe und führt zum Beginn des „Pfeilers“. Der Steig zieht nun gut sichtbar diagonal von rechts nach links mithilfe einiger Trittbügel durch die Pfeilerwand (C). Nach etwa 30 Metern legt sich das Gelände etwas zurück und Du erreichst – Dich leicht rechts haltend – über weitere Trittbügel den Pfeilerkopf (C).
Die folgenden 50 Meter „Genusswandl“ führen Dich, wie der Name schon sagt, über genussvolle Platten und Wasserrinnen (B/C). Nun befindest Du Dich in der sogenannten Schlucht. Da die Querung von der einen zur anderen Schluchtseite (10 Meter) unproblematisch ist, wurde hier das Stahlseil unterbrochen. Allerdings kann es – vor allem im Frühsommer – vorkommen, dass diese Querung bedingt durch gefrorenen Altschnee heikel ist. Über eine kurze Wandstelle (B/C) erreichst Du die „Schluchtrampe“.
Am Ende der Rampe beginnt die wohl schönste und fotogenste Passage des Steiges, der „Fotoquergang“. Zuerst geht es über einen kurzen Überhang auf ein Band, das immer schmäler wird und sehr ausgesetzt nach links in die glatte Wand quert (C).
Über gestuftes Gelände (B) steigst Du nun weiter zum Beginn der „Hanglschuppe“. Über eine abgesprengte Schuppe hangelst Du Dich am Stahlseil nur auf natürlichen Tritten etwa 25 Meter nach links (D). Über einige Wandstellen und Bänder erreichst Du dann immer schräg links aufsteigend die „Raue Welt“ (C). Wie der Name schon sagt, führt der Steig hier durch einen Wandbereich mit extrem wasserzerfressenem Fels (D).
Anschließend erreichst Du das „Latscheneck“ (C). Obwohl hier vier Trittbügel angebracht sind, musst Du an dieser senkrechten Wandstelle kräftig zupacken.
In einer Rechts-Links-Schleife geht es dann weiter zum „Wandbuch“ (B). Ab hier wird das Gelände etwas schrofiger und weniger steil (B). Glaubst Du nun, es schon geschafft zu haben, irrst Du Dich. Vor allem der „Ausstiegskamin“ (C) hat es, vermutlich auch wegen nachlassender Kräfte, noch einmal in sich.
Über leichtes schrofiges Gelände steigst Du nun dem „Finale“ entgegen. Ein kurzer Aufschwung (B) und eine schräg nach rechts aufwärts führende Querung bringen Dich zum Ausstieg.
Für den Weiterweg zum Gipfel oder zum Stöhrhaus benutzt Du nur den markierten und ausgetretenen Weg am Gratkamm.