Am Kahlersberg wächst der Almrausch im kräftigen Rosa

Pflanzen im Nationalpark

Almrausch, Enzian und Edelweiß

Ein Großteil der Fläche des Berchtesgadener Nationalparks ist mit Wald bedeckt und bietet vielen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum. Im Nationalpark Berchtesgaden darf die Natur noch Natur sein. Ohne Eingriff des Menschen gedeihen in der Kernzone des Schutzgebietes seltene Pflanzen. So bleiben beispielsweise umgestürzte Bäume liegen und bilden mit ihrem Totholz wertvollen Lebensraum für Insekten und Pflanzen.

Hans Maltan - Nationalpark Berchtesgaden

Nur anschauen, nicht ausreißen, denn das ist im Nationalpark Berchtesgaden strengstens untersagt!

Die Pflanzenwelt im Nationalpark Berchtesgaden

Im Gebirge ist die Vielfalt an Pflanzen größer als im Tiefland. Zwischen dem Königssee auf etwa 600 Metern Höhe und der 2.713 Meter hohen Mittelspitze des Watzmann reihen sich zahlreiche verschiedene Lebensräume aneinander – ein wahres Paradies für Pflanzenfreunde!

Aufgrund der steil abfallenden Felswände ist die Ufervegetation am Königssee in den meisten Bereichen spärlich. Nur in flacheren Uferbereichen hat sich ein schmaler Schilfgürtel gebildet. Landeinwärts wachsen Sumpfpflanzen und Feuchtwiesenarten wie die Sumpfdotterblume oder das Schmalblättrige Wollgras. In tieferen Lagen dominieren buchenreiche Laubwälder, die mit zunehmender Höhe von Nadelbäumen wie Fichte, Lärche und Zirbe abgelöst werden. Oberhalb der Waldgrenze prägt die Latsche mit ihrem strauchig-krummholzartigen Wuchs das Landschaftsbild. Besonders groß ist die Pflanzenvielfalt auf den Almen in der Region: Arnika, Silberdistel, Bewimperte Alpenrose – auch „Almrausch“ genannt – und der stengellose Kalk-Enzian, auch als „Clusius-Enzian“ bekannt. Du entdeckst ihn mit etwas Glück unterwegs beim Wandern in voller Farbenpracht.

In der alpinen Stufe – dort, wo keine Bäume mehr wachsen können – sind die Lebensbedingungen besonders rau. Hier überleben nur echte Spezialisten, die gegen lange Schneebedeckung, hohe Sonneneinstrahlung, Wind, Kälte und Wassermangel gewappnet sind. Dazu zählen die alpinen Rasengesellschaften mit ihren typischen Gräsern wie Horst-, Polster- und Rostsegge oder Nacktried und farbenreiche Blütenpflanzen wie das Stengellose Leimkraut, das Zottige Habichtskraut und das Edelweiß. Besondere Anpassungen sind bei den Bewohnern der Felsschutt- und Geröllfluren notwendig: Ihr Lebensraum ist ständig in Bewegung. Ein gutes Wurzelwerk sowie schnelle Regenerationsfähigkeit nach Verletzungen sichern das Überleben von Rundblättrigem Täschelkraut, Silberwurz und Schild-Ampfer.

Edelweiß: Alpenblume im Nationalpark Berchtesgaden

Das Edelweiß

Typisch für das Edelweiß sind die samtig-filzartigen weißen Blütenblätter. Die feinen Härchen schützen die Blüte vor intensiver Sonneneinstrahlung und die Blätter vor dem Austrocknen in hohen Lagen. Edelweiß wächst von Juli bis September oft gut versteckt an Schutt- und Felsabstürzen. 

Almrausch am Feldkogel

Der Almrausch

Der immergrüne Almrauschbusch mit seinen kräftigen Ästen und dichten Zweigen erreicht eine Höhe von 20 Zentimetern bis zu einem Meter. Die kurzstieligen Blätter werden bis zu drei Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit. Ihre Form ist meist schmal-elliptisch. Der Blattrand ist fein gekerbt bis ganzrandig. Der Blattrand ist deutlich bewimpert, daher der Name „Bewimperte Alpenrose“.

Der Ungarische Enzian

Der Ungarische Enzian

Seine kräftigen Wurzeln werden zur Herstellung von Schnaps verwendet, der in der Region sehr beliebt ist.

Weitere Pflanzen im Nationalpark Berchtesgaden

  • Schwalbenwurz-Enzian: Herbstbote im Nationalpark Berchtesgaden
    Der Schwalbenwurz-Enzian
  • Die Schneerose
    Die Schneerose
  • Frauenschuh © Nationalpark Berchtesgaden
    Nationalpark Berchtesgaden
    Der Frauenschuh
  • Die Schwarze Akelei
    Die Schwarze Akelei
  • Leberblümchen
    Das Leberblümchen
  • Latsche
    Die Latsche
  • Das Maiglöckchen
    Das Maiglöckchen
  • Türkenbund-Lilie
    Die Türkenbund-Lilie
  • Der Gewöhnliche Seidelbast
    Kurt Stüber _ CC BY-SA 3.0
    Der Gewöhnliche Seidelbast
  • Der Gemeine Wurmfarn
    Der Gemeine Wurmfarn
  • Alter Zirbenbaunm
    Die Zirbe
  • Herzblättrige Kukgelblume
    Die Herzblättrige Kugelblume
Trollblumen

Die Trollblume

Ihr Name stammt von dem althochdeutschen Wort „troll“ ab, was so viel wie „kugelrund“ bedeutet. An dem bis zu einem Meter hohen und meist kahlen Stängel bilden die fünf Blütenblätter die kugelrunde Blüte.

Alte Bäume am Königssee im Nationalpark Berchtesgaden

Alte Bäume im Nationalpark Berchtesgaden

Die Urlaubsregion Berchtesgaden ist seit Menschengedenken geprägt von den Bergen und den Wäldern an ihren Hängen. Die Wälder dienen nicht nur als natürlicher Schutz vor Lawinen und Murenabgängen. Die Wurzeln der Bäume speichern auch große Mengen an Wasser und sind so ein elementarer Bestandteil der Trinkwasserversorgung der Region.

Lärchen im Nationalpark

Die Lärche

Die Lärche kann bis zu 600 Jahre alt werden. Sie liebt Wind und benötigt ihn sogar. Die Lärche ist die einzige europäische Nadelbaumart, die ihre Nadeln im Herbst färbt und über den Winter abwirft.

Weitere Pflanzen im Nationalpark Berchtesgaden

  • Das Große Springkraut
    Das Große Springkraut
  • Huflattich
    Der Huflattich
  • Berg-Wiesen-Bärenklau
    Der Berg-Wiesen-Bärenklau
  • Tollkirsche
    Die Tollkirsche
  • Berg-Flockenblume
    Die Berg-Flockenblume
  • Bärtige Glockenblume
    Die Bärtige Glockenblume
  • Silberdistel
    Die Silberdistel
  • Arnika
    Die Echte Arnika
  • Schwalbenwurz
    Stefan.lefnaer _ CC BY-SA 3.0
    Die Schwalbenwurz
  • Leimkraut
    Das Stengellose Leimkraut
  • Silberwurz
    Die Silberwurz
  • Brillenschötchen
    Das Gemeine Brillenschötchen
Enzian auf der Bindalm

Der Echte Alpenenzian

Er ist nur eine von vielen Enzian-Arten, aber die bekannteste. Im Gegensatz zum weitverbreiteten Glauben wird der Enzian-Schnaps nicht aus diesem blauen Enzian gewonnen, sondern aus dem ungarischen oder pannonischen Enzian.

Sumpfdotterblume

Die Sumpfdotterblume

Früher verwendete man die Sumpfdotterblume trotz ihrer Giftigkeit, um Butter eine schöne gelbe Farbe zu verleihen und damit einen höheren Fettgehalt vorzutäuschen.

Berg-Baldrian

Der Berg-Baldrian

Im Alpenraum gibt es viele heilwirkende Pflanzen. Dazu gehört der Berg-Baldrian: Durch die enthaltene Isovaleriansäure wirkt er beruhigend bei Schlafstörungen und Nervosität.

Blut-Weiderich

Der Blut-Weiderich

Die hohen roten Blütenstände des Gewöhnlichen Blut-Weiderichs sind eine auffällige Leuchtreklame. Zusammen mit dem wunderbaren Blütenduft weisen sie Schwebefliegen, Bienen und Schmetterlingen den Weg: Zur Nektar-Bar bitte hier entlang. Die Pflanze gilt als blutstillend.