Die Pflanzenwelt im Nationalpark Berchtesgaden
Im Gebirge ist die Vielfalt an Pflanzen größer als im Tiefland. Zwischen dem Königssee auf etwa 600 Metern Höhe und der 2.713 Meter hohen Mittelspitze des Watzmann reihen sich zahlreiche verschiedene Lebensräume aneinander – ein wahres Paradies für Pflanzenfreunde!
Aufgrund der steil abfallenden Felswände ist die Ufervegetation am Königssee in den meisten Bereichen spärlich. Nur in flacheren Uferbereichen hat sich ein schmaler Schilfgürtel gebildet. Landeinwärts wachsen Sumpfpflanzen und Feuchtwiesenarten wie die Sumpfdotterblume oder das Schmalblättrige Wollgras. In tieferen Lagen dominieren buchenreiche Laubwälder, die mit zunehmender Höhe von Nadelbäumen wie Fichte, Lärche und Zirbe abgelöst werden. Oberhalb der Waldgrenze prägt die Latsche mit ihrem strauchig-krummholzartigen Wuchs das Landschaftsbild. Besonders groß ist die Pflanzenvielfalt auf den Almen in der Region: Arnika, Silberdistel, Bewimperte Alpenrose – auch „Almrausch“ genannt – und der stengellose Kalk-Enzian, auch als „Clusius-Enzian“ bekannt. Du entdeckst ihn mit etwas Glück unterwegs beim Wandern in voller Farbenpracht.
In der alpinen Stufe – dort, wo keine Bäume mehr wachsen können – sind die Lebensbedingungen besonders rau. Hier überleben nur echte Spezialisten, die gegen lange Schneebedeckung, hohe Sonneneinstrahlung, Wind, Kälte und Wassermangel gewappnet sind. Dazu zählen die alpinen Rasengesellschaften mit ihren typischen Gräsern wie Horst-, Polster- und Rostsegge oder Nacktried und farbenreiche Blütenpflanzen wie das Stengellose Leimkraut, das Zottige Habichtskraut und das Edelweiß. Besondere Anpassungen sind bei den Bewohnern der Felsschutt- und Geröllfluren notwendig: Ihr Lebensraum ist ständig in Bewegung. Ein gutes Wurzelwerk sowie schnelle Regenerationsfähigkeit nach Verletzungen sichern das Überleben von Rundblättrigem Täschelkraut, Silberwurz und Schild-Ampfer.