Schritt für Schritt geht es über den Pfad bergauf, über Holzleitern, dicke Wurzeln und Buchenlaub, das durch die vielen Wanderstiefel schon fast pulverisiert ist. Bis wir das Hochplateau der Reiter Alm erreicht haben, braucht es einige Trinkpausen und Motivationssprüche, aber letztendlich ist es geschafft. Und prompt bilden zwei Felsen links und rechts vom Steig ein natürliches Portal, das wir nacheinander durchschreiten, um zwischen Bärenkareck und Zirbeneck in die erste „Zauberwelt" einzutauchen. Daraus entsteht spontan ein Spiel der beiden Zehnjährigen, das uns alle mitreißt. Ständig durchqueren wir Tore zu neuen Welten: eng beieinander liegende Felsen, dicke uralte Baumstämme, wild wuchernde Sträucher, umgestürzte Bäume, die den Weg von oben her einrahmen. Von der Feen- über die Blumenwelt, die Welt der silbernen Blätter, bis hin zur Zwergerlwelt passieren wir mindestens 15 Welten. Eine paradiesische Landschaft hier oben, früher als Alm genutzt, mit Hirschsuhlen und riesigen, uralten Zirbenbäumen. Die saftigen Wiesen sind übersät mit Blumen in allen Farben, der Almrausch beginnt gerade die Hänge pink zu färben. Nach einigem Auf und Ab erreichen wir die kurze „Saugasse", einen Serpentinenweg zwischen zwei Felswänden, und kommen in die mit Latschen überwucherte Ebene, die Zielgerade zur Hütte.