„Ich liebe die Natur und das, was ich dort finde. Ich drehe meine Runde durch den Garten und habe prompt alles parat für eine wunderbare Kräuter-Brotzeit voller natürlicher Vitamine. Dazu eine Scheibe – am liebsten selbstgebackenes – Sauerteigbrot und gute Butter aus Almmilch: einfach nur perfekt. Welche Wildkräuter ihr verwenden könnt, wie ihr sie erkennt und was sie euch geben – das zeige ich euch in meinen Kräuterkursen. Ihr werdet staunen, was ihr auch in eurem eigenen Garten oder auf der Wiese nebenan findet und nutzen könnt."
Evi Hajek ist in Schönau a. Königssee aufgewachsen und hat eine Ausbildung zur Betriebswirtin für Hotel und Touristik abgeschlossen. Wenn sie über ihre Zeit in ein einem Wellness-Hotel oder in einer Münchner Agentur für Online-Marketing erzählt, zeichnet sie das Bild einer rund um die Uhr arbeitenden Karrierefrau. „Geändert hat sich alles mit den Kindern", erzählt sie. Mit ihren zwei Töchtern kam die Besinnung auf das, was wirklich zählt: Gesundheit, das Leben mit den Jahreszeiten und die Wertschätzung für das, was die Natur zu geben hat.
Sie erinnerte sich immer öfter an das, was sie von ihren Großmüttern gelernt hatte. Die Wildkräuter in Berchtesgadens Wäldern und Wiesen wurden immer interessanter, und Evi spürte den Wunsch, sich in diesem Bereich weiterzuentwickeln. Sie absolvierte die Kräuterausbildung am Landwirtschaftlichen Fortbildungsinstitut in Salzburg und nutzte das Wissen zunächst ausschließlich für sich und ihre Familie. Als die Kinder größer wurden, entstand das Bedürfnis, ihr Wissen weiterzugeben. Ergänzend absolvierte sie eine Ausbildung in Waldpädagogik an der Forstlichen Ausbildungsstätte in Traunkirchen am Traunsee und stieg wieder ins Berufsleben ein.
Seither hat sie viele Jahre Erfahrung gesammelt: Sie hat Mutter-Kind-Gruppen und die Kindergruppe des Obst- und Gartenbauvereins betreut, Kindergärtnerinnen und pädagogisches Fachpersonal weitergebildet, in der Elternbegleitung gearbeitet, Kurse für Familien in einer Rehaklinik für Kinder gegeben sowie Gäste und Einheimische zum Waldbaden und Waldgesundheitstraining angeleitet. „Wenn ich so zurückblicke, ist alles ganz von allein gekommen", beschreibt sie ihre berufliche Entwicklung. Heute kennt sie ihre Grenzen genau und weiß, was sie anbieten möchte – und was nicht.
Sie schätzt ihr Leben in dem kleinen Haus hinter ihrem Elternhaus, an den Hängen des Hanauer Stein hoch über Schönaus Ortsteil Unterstein. Der Blick auf die umliegenden Berge – vom Hohen Göll über das Hohe Brett bis zum Jenner und ins Steinerne Meer – erinnert sie täglich an die nötige Erdung. Im Garten blühen die Apfelbäume, die Wiese leuchtet gelb von den vielen Löwenzahnblüten, und unter den Felsen gedeiht der Bärlauch.
Heute bereitet Evi die Brotzeit für ein gemeinsames Mittagessen mit einer ihrer mittlerweile erwachsenen Töchter vor. Den Pflücksalat hat sie gerade frisch aus ihrem kleinen Hochbeet geholt. Beim Blick auf den Spruch auf einer Steintafel daneben, schmunzelt sie: „Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten." ist da eingemeißelt: „Ja, ich verbring tatsächlich so viel Zeit wie möglich in meinem Garten, damit ich auch mal so weise werde, wie meine Omas.“
Bestandteile der Brotzeit, die eine längere Vorbereitungszeit benötigen:
Ein großes sauberes Marmeladenglas ungefähr halbvoll mit Bärlauch-Blättern und Knospen füllen. Bitte den Bärlauch nur selbst pflücken, wenn ihr ihn eindeutig von den giftigen Maiglöckchen, dem Aronstab und der ebenso giftigen Herbstzeitlosen unterscheiden könnt.
Mit einem guten Bio-Apfelessig (naturtrüb) aufgießen und an einem hellen, warmen Ort (nicht in der prallen Sonne) für zwei bis drei Wochen ausziehen lassen – täglich schütteln.
Dann abseihen und in einer dunklen Flasche oder an einem dunklen Ort aufbewahren.
Ein großes, sauberes Marmeladenglas ungefähr halbvoll mit Löwenzahnblättern, -blüten und –knospen füllen.
Mit einem guten Bio-Öl (Oliven oder Rapsöl) aufgießen und an einem hellen, warmen Ort (nicht in der prallen Sonne) für zwei bis drei Wochen ausziehen lassen – täglich schütteln.
Dann abseihen und in einer dunklen Flasche oder an einem dunklen Ort aufbewahren.
Giersch und Gundermann, sowie Zitronenschale in eine Schüssel geben. Mit Apfelsaft aufgießen. Ein paar Stunden oder über Nacht ziehen lassen.
Mit ½ bis einem Liter Mineralwasser aufgießen und je nach Bedarf ein paar Eiswürfel dazugeben.
Bestandteile, die direkt zubereitet werden können:
Wer sich sicher ist, dass die Kräuter an einem Ort wachsen, wo sie nicht verschmutzt werden können, muss sie nicht waschen. Kräuter sanft abschütteln und dann mit heißem Wasser übergießen. Tee 3-5 Minuten ziehen lassen.
Den Löwenzahnstängel wie Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Die restlichen Zutaten abschütteln, bzw. kurz abwaschen. Mit der Hand in mundgerechte Stücke teilen. Durchmischen und mit Bärlauch-Essig und Löwenzahn-Öl, etwas Salz und Pfeffer und einem kleinen Löffel Honig je nach eigenem Geschmack anmachen.
„Bei meinen Kräuterspaziergängen zeige ich Euch, was direkt vor unserer Haustür wächst – und wie viel Freude und Energie diese kleinen Schätze schenken können. Diese Brotzeit ist meine Art, den Frühling auf den Tisch zu bringen: einfach, ehrlich und voller Leben."