Entstehungsgeschichte der Wallfahrtskirche
Der erste Propst Eberwin und Kuno der Jüngere von Horburg (Mitbegründer des Berchtesgadener Chorherrenstiftes) beendeten einen heidnischen Quellenkult, indem sie 1134 in dessen Nähe eine der Heiligen Dreifaltigkeit und der Heiligen Jungfrau Maria geweihte Kirche errichteten. Die zunehmenden Pilgerströme erforderten Ende des 17. Jahrhunderts eine Vergrößerung dieser Kirche. Damals entstand der Drei-Konchen-Chor im Osten. Die Zahl Drei ist u. a. das Symbol für die Heilige Dreifaltigkeit: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das Motiv des ersten Patroziniums des 12. Jahrhunderts wird im Barock aufgegriffen und in der Architektur mit dem Chor in Form eines dreiblättrigen Kleeblatts umgesetzt. In der christlichen Zahlensymbolik steht die Zahl Drei außerdem für das Umfassende, die Vermittlung und das Himmlische: die Heilige Familie, die Heiligen Drei Könige und die Auferstehung Christi am dritten Tag.
Wahrzeichen des Königssees
Der kreisförmige Baukörper im Westen stammt aus dem Jahr 1733 und verband den Kirchenbau mit dem Jagdschloss. Die Tür ist heute vermauert. Das zweijochige Langhaus aus dem 12. Jhd. wird von den beiden runden Baukörpern umklammert. 1522 änderte sich das Patrozinium. Der Heilige Bartholomäus, Patron der Hirten und Almleute, wurde Schutzherr der Kirche. Durch den heutigen Zugang im Süden steht der Besucher beim Eintreten inmitten des Kirchenbaus. Kanzel und Fürstenoratorium, markieren mit ihrer Positionierung, die funktionale Trennung zwischen Laienraum und Chor. Im Westen befindet sich auf einer Empore das Oratorium für die Chorherren. Der Gewölbestuck nimmt die runden und eckigen Formen des Grundrisses auf und lässt dadurch Raumverschleifungen entstehen, die die einheitliche Gesamtwirkung des Innenraums unterstützen.In der mittleren Konche befindet sich der barocke Hochaltar, der dem Kirchenpatron geweiht ist. Das Altarbild zeigt auch das Martyrium des Bartholomäus. Im Auszugsbild darüber eine Marienkrönung durch die heilige Dreifaltigkeit: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. In den beiden halbrunden Nischen im Osten befinden sich zwei Stifteraltäre, die der Hl. Katharina und dem Hl. Jakobus, dem Schutzpatron der Pilger, geweiht sind.
Der Heilige Bartholomäus
Der Heilige Bartholomäus war einer der zwölf Apostel. Nach dem Pfingstereignis soll er nach Persien gegangen sein, um dort den christlichen Glauben zu verkünden. Der Legende nach bekehrte er unter anderem den armenischen König. Daraufhin soll dessen verfeindeter Bruder den Tod von Bartholomäus angeordnet haben. Er ließ ihn mit Knüppeln schlagen und ihm bei lebendigem Leib die Haut abziehen. Anschließend wurde Bartholomäus mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Das Hochaltarbild zeigt das Martyrium des Kirchenpatrons, dessen Gedenktag der 24. August ist.
Spiritueller Impuls
Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag. 1. Mose 1,31
Hier mitten im Nationalpark Berchtesgaden erschließt sich Dir auf einzigartige Weise die Schönheit der Schöpfung. Wenn Du die Kirche verlässt, gönn Dir die Zeit, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Schließe die Augen und atme die frische Luft ein. Dann öffne Deine Augen wieder und nimm die Landschaft noch bewusster wahr. Vielleicht kommt dann der Moment, um einmal Danke für unsere Welt zu sagen.
Traditionsgaststätte St. Bartholomä am Königssee
An der Stelle des ehemaligen Jagdschlosses und der heutigen Gaststätte stand ein Fischerhaus. Um das Jahr 1700 wurde das heutige Gebäude als Jagdschloss erbaut. Es war jedoch eher ein Zweckbau mit ländlichem Charakter und weniger ein Schloss. Die Berchtesgadener Fürstpröbste nutzten das Gebäude bis 1803 als einfache Jagdunterkunft. Nach der Säkularisation, als das Berchtesgadener Augustinerstift an die Wittelsbacher fiel, ging 1810 auch das Jagdschloss in ihren Besitz über. Insbesondere Prinzregent Luitpold von Bayern verbrachte sehr gerne seine Zeit in St. Bartholomä, um mit seinen Gästen auf die Jagd zu gehen. Die Gaststube erhielt in Erinnerung an den Prinzregenten den Namen „Hoheit“.
Seit 1912 werden Besucher, Wanderer und Pilger unter alten Kastanienbäumen und in den Gaststuben mit Speis und Trank versorgt. Heute befindet sich im Jagdschloss die historische Gaststätte St. Bartholomä, auch bekannt als Bartholomä-Wirt.