Besucherplattform Haarmoos am Abtsdorfer See
Bergerlebnis Berchtesgaden

Das Haarmoos

Landschaftsschutzgebiet am Abtsdorfer See
    ThemenwegWandern2:00 h8,3 km18 hm

Das größte Wiesenbrütergebiet Südostbayerns und die letzte große Streuwiesenlandschaft im Berchtesgadener Land.

Das Haarmoos ist das größte Wiesenbrütergebiet Südostbayerns und die letzte große Streuwiesenlandschaft im Berchtesgadener Land. Zusammen mit dem Abtsdorfer See wurde das Haarmoos 1979 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

 

Das bedeutendste Wiesenbrütergebiet in Südostbayern

Das Haarmoos liegt westlich des Abtsdorfer Sees in den Gemeinden Saaldorf-Surheim und Laufenim Rupertiwinkel stellt das bedeutendste Wiesenbrütergebiet SüdostBayerns dar. Es hat eine Gesamtfläche von ca. 400 ha und gehört als Feuchtgebiet zu den gefährdetsten Lebensräumen. Die Entstehung des Haarmooses begann vor mehr als 10000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit, als sein heutiges Gebiet nach dem Abschmelzen der Gletschermassen von einem  flachen See bedeckt war. Durch Verlandung des Sees bildete sich zunächst ein Niedermoor, welches sich normalerweise zum Hochmoor weiterentwickelt hätte. Da aber der Salzburger Landesherr Fürstbischof Hieronymus im 18. Jahrhundert die Flächen durch Entwässerungsmaßnahmen für die Bauern nutzbar machen ließ, entstand ein artenreiches Feuchtgebiet.

Landschaftschutzgebiet Abtsdorfer See

Um Störungen der Vögel in der Brutzeit zu mindern und seltene Pflanzen zu schützen wurde 1987 ein Wegegebot mit Besucherlenkungsmaßnahmen eingeführt. Die Wiesenbrüterflächen dürfen deshalb vom 20. März bis 15. Juni nicht betreten werden Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern hat im Haarmoos etwa 50 Hektar gekauft und darauf mehrere, mit Grundwasser gefüllte Seigen angelegt. Auf einer Feuchtwiese wurden Wurzelstöcke herausgefräßt, um eine regelmäßige Mahd zu ermöglichen Die Mahd der Streuwiesen erfolgt durch Traktoren mit Zwillingsreifen, um das Gewicht besser zu verteilen, und spät im Herbst, da viele Pflanzen spät Samen bilden, Vögeln Deckung bieten und die Raupen der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge die Pflanzen verlassen und schon in einen Ameisenbau gelangt sein müssen. Die Hauptgräben werden alle drei Jahre geräumt, um eine weitere Bewirtschaftung der Flächen zu ermöglichen.

 

Tier- und Vogelarten im Haarmoos

Das Haarmoos ist Lebensraum zahlreicher, teilweise gefährdeter Tier- und Vogelarten:

  • Wachtelkönig (Crex crex)
  • Neuntöter (Lanius collurio)
  • Schwarzmilan (Milvus migrans)
  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Wiesenpieper (Anthus pratensis)
  • Wachtel (Coturnix coturnix)
  • Grauammer (Emberiza calandra)
  • Bekassine (Gallinago gallinago)
  • Großer Brachvogel (Numenius arquata)
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Dunkler - (Glaucopsyche nausithous) und Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Glaucopsyche teleius)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior)

Pflanzen im Haarmoos

Die Feuchtwiesen im Haarmoos sind Lebensraum verschiedener Pflanzenarten, unter anderem:

  • Knabenkraut
  • Trollblume (Trollius europaeus)
  • Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi)
  • Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
  • Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
  • Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)
  • Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)

Tourendetails

  • Schwierigkeit
    leicht
    Dauer2:00 h
    Distanz8,3 km
    Aufstieg18 hm
    Abstieg28 hm

    Kondition2/6
    Schwierigkeit1/6
    Landschaft5/6
    Erlebnis6/6

J F M A M J J A S O N D

Die Wiesenbrüterflächen dürfen vom 20. März bis 15. Juni nicht betreten werden

Wegbeschreibung

Vom Ausgangspunkt startend, geht man am Abtsdorfer See entlang in südlicher Richtung. An der Südspitze des Sees wenden wir uns vom See ab und gehen hinein in das Haarmoos. Dort empfängt uns ein Gebiet, das großteils unter dem Schutz des LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern) steht. Wir wandern eine kleine Runde über Isselau und Leutstetten und kehren anschließend ans Ufer des Abtsdorfer Sees zurück. Dort setzen wir unsere Route am westlichen Ufer des Sees fort, biegen am nördlichen Ende nach rechts ab und gehen am östlichen Ufer zurück zum Ausgangspunkt. Dabei passieren wir die Schlossklinik und das Seebad sowie die kleinen Ansiedlungen Fisching und Seethal.

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