Die Watzmann Ostwand
Die längste durchgehende Felswand der Ostalpen- Jetzt geschlossen
- Am Watzmann
Die Ostwand des Watzmanns erstreckt sich über eine Höhe von 1.800 Metern vom Königssee bis zum Gipfel der Watzmann-Südspitze. Damit ist sie die längste durchgehende Felswand der Ostalpen. Früher galt sie sogar als die längste komplett durchkletterte Felswand der Alpen. Da der Einstieg zur Ostwand hinter der Wallfahrtskirche Sankt Bartholomä am Königssee beginnt, wird sie auch Bartholomä-Wand genannt. Am Fuß der Ostwand befindet sich eine weitere Besonderheit: die ehemalige Eiskapelle, das tiefstgelegene permanente Eisfeld der Alpen.
Die Watzmann Ostwand - eine der gefährlichsten Wände der Alpen
Am 18. Juni 1881 schrieb der Holzknecht und Bergführer Johann Grill aus dem Bergsteigerdorf Ramsau Alpingeschichte: Zusammen mit dem Wiener Alpinisten Otto Schück durchstieg er als Erster die Ostwand des Watzmanns. Für diese außergewöhnliche Leistung benötigten die beiden Bergpioniere rund 14 Stunden.
Seit der als Kederbacher bekannte Bergführer Johann Grill die Wand erstmals durchstieg, haben mehr als 100 Bergsteiger in der Watzmann-Ostwand ihr Leben verloren. Viele Alpinisten unterschätzen die Länge der Ostwand, die eine Durchsteigung trotz des vergleichsweise geringen Schwierigkeitsgrades äußerst anspruchsvoll macht. Deshalb steht im oberen Teil der Wand auf einer Höhe von 2.380 Metern eine Biwakschachtel. Besonders bei einem Wettersturz bietet die kleine orangefarbene Notunterkunft Schutz. Auch die Orientierung in der Wand stellt hohe Anforderungen an Bergsteiger, da mehrere Routen durch die Ostwand führen.
Bekannte Routen durch die Ostwand
Es gibt mehrere Wege durch die Watzmann Ostwand. Die bekanntesten Routen durch die sagenumwobene Felswand sind:
- Der Berchtesgadener Weg
- Der Kederbacherweg
- Der Münchner Weg
- Der Salzburger Weg
- Der Frankfurter Weg
- Der Polenweg
- Der Franz-Rasp-Gedächtnisweg
Die Gefahr der Ostwand liegt nicht in der Schwierigkeit der Routen, sondern in der Länge und der Orientierung. Ohne einen erfahrenen und ortskundigen Bergführer sollte sich niemand an eine Besteigung der Ostwand wagen.
Hinweise zur Ostwand-Durchsteigung
Die Durchsteigung der Watzmann Ostwand erfordert die Überwindung von 2.150 Höhenmetern im Aufstieg und über 2.000 Höhenmeter im Abstieg auf einer Gesamtlänge von 18,5 Kilometern. Bitte beachte deshalb:
- Das Ostwandlager auf St. Bartholomä steht von Anfang/Mitte Juni bis Anfang/Mitte Oktober für Übernachtungen zur Verfügung.
- Nur bei sehr stabiler Wetterlage einsteigen. Wegen der hartnäckigen Altschneereste sind der Hochsommer und der Herbst die beste Zeit für eine Watzmann Ostwand-Durchsteigung.
- Solides und meist seilfreies Klettern bis zum dritten Grad ist erforderlich.
- Keine Zeit im unteren schrofigen Teil der Bergtour verlieren.
- Nach Regen und Taubildung ist der untere Teil der Ostwand bis zur großen Schuttrinne noch lange nass.
- Sehr früher Aufbruch notwendig: Frühe Anreise und Besichtigung des ersten Teils am Vorabend empfehlenswert. Übernachtung im Ostwandlager bei St. Bartholomä empfehlenswert.
- Die Altschneereste auf den nach außen geneigten Bändern sind bis in den Hochsommer eine akute Gefahr.
- Es gibt kein Mobilfunknetz beim Abstieg von der Südspitze.