Enzianherstellung in den Bergen: Die Brennhütten
Das Wurzengrabgebiet der Enzianbrennerei Grassl beginnt in einer Höhe von 1.000 Metern und erstreckt sich vom Roßfeld über den gesamten Nationalpark bis zur Kallbrunnalm im Pinzgau (Salzburger Land). Wie einst ernten die Wurzengraber die bis zu einem Meter langen und bis zu zwei Kilo schweren Wurzeln des violett blühenden Enzians mit Spezialhacken von Hand. Die Männer graben stets nur den oberen Wurzelstock aus und verschließen die Grasnarbe sorgfältig. So bleibt der Pflanzenbestand erhalten, und die Enzianblüten zieren auch im nächsten Jahr die Almwiesen mit ihrer Pracht. Dieselbe Pflanze wird erst wieder nach sieben bis 15 Jahren geerntet. Eine mühsame Arbeit - denn die Wurzengraber bringen die 50 Kilo schweren Säcke teilweise noch wie einst mit Kopfkraxen zur Brennhütte, wo sie vom Bergbrenner gehackt, eingemaischt und gebrannt werden. Fünf Brennhütten gehören zur Enzianbrennerei Grassl, drei davon stehen im Berchtesgadener Nationalpark - auf der Priesbergalm am Jenner, auf der Wasseralm am Fuße der Teufelshörner und am für seine Tiefsttemperaturen mit bis zu minus 45,9° C bekannten Funtensee, wo der edelste aller Enzianbrände entsteht. Und so pendelt der Bergbrenner von Hütte zu Hütte, wo er stets einige Wochen verbleibt. Bei aller Anstrengung am Tage - den Abend lässt er mit seinen Wurzengrabern jedoch immer in zünftiger Hüttenstimmung ausklingen.
Barrierefreiheit in der Enzianbrennerei Grassl
Auf dem Gelände der Enzianbrennerei sind ausgewiesene Behindertenparkplätze vorhanden. Bei größeren Gruppen, die mit Rollstuhl anreisen, besteht die Möglichkeit den Bus direkt vor der Tür zu parken, um die Rollstühle ein- und auszuladen. Mit den Niederflurbussen des RVO kann man die Brennerei ebenfalls mit dem Rollstuhl erreichen (RVO Linie 840; Haltestelle „Enzianbrennerei"). Ein stufenloser Zugang mit einer breit ausgebauten Tür an der Seite des Gebäudes führt direkt in die Brennerei. Diese kann man ohne Problem im Rollstuhl besichtigen, da der ganze Raum stufenlos befahrbar ist.
Mit dem Rollstuhl auf die Toilette und in den Shop
Der Weg zu den Toiletten ist für Rollstuhlfahrer befahrbar, allerdings sind die Toiletten selbst nur bedingt nutzbar, da es keine Halterungen gibt. Der Zugang zum Shop gestaltet sich barrierefrei, da eine rollstuhlgerechte Rampe vorhanden ist. Der Videoraum im Inneren der Brennerei ist ebenfalls durch eine Rampe ebenerdig zu erreichen. Die Regale im Shop sind niedrig angebracht und dadurch gut mit dem Rollstuhl zu erreichen. Sollten trotzdem irgendwelche Probleme auftreten, ist das Personal gerne behilflich.