Eine Alm („Alpe“ im Allgäu) ist eine beweidete Fläche im Gebirge, die außerhalb der bergbäuerlichen Dauersiedlung liegt. Wegen der Wetterverhältnisse und der topografischen Bedingungen in den Hochlagen kann sie nur für einige Monate im Sommer bewirtschaftet werden. Bereits im 12. und 14. Jahrhundert wurden großflächige Waldgebiete in den Bergen gerodet, um Weideland zu gewinnen. Auch die bereits waldfreien, alpinen Rasenflächen wurden als Weideflächen genutzt. Die traditionelle, temporäre Behausung auf der Alm – eine einfache Wohn-, Schlaf- und Arbeitsstätte mit offener Feuerstelle – heißt im Berchtesgadener Land Kaser. Während der sommerlichen Weidesaison wohnen dort die Sennerin oder der Senner. Meist wurde ein Stall an die Almhütte angebaut oder freistehend errichtet. Für den Bau der Gebäude werden überwiegend Materialien aus der Umgebung verwendet, sodass sich die Gebäude gut in die Landschaft einfügen. Typisch ist die Verwendung gerade gewachsener Stämme von Nadelbäumen, die waagrecht verbaut werden und die Mauern des Kasers bilden. Die Dächer der Almen sind typischerweise mit Legschindeln aus Fichtenholz gedeckt.
Eine besondere Bauform ist der Rundumkaser: Um einen halbwegs trockenen Melkplatz zu haben, ließ man die Dachflächen der Hütte immer weiter überstehen. Die offenen Unterstände unter dem Vordach wurden zunächst nur von einem offenen Stangengerüst umschlossen, später dann aber mit Schrotwänden massiv ausgeführt. Noch heute kannst Du diese bauliche Weiterentwicklung der Almhütten am auf die Bindalm verlegten Schiedkaser sehen, der ursprünglich auf der Feldalm unweit des Funtensees stand. Und obwohl die Almwirtschaft durch den landwirtschaftlichen Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg, besonders in den 1970er Jahren, an Bedeutung verloren hat, erlebst Du in den Berchtesgadener Bergen bis heute eine vitale Almenlandschaft.