Buttnmandl und Kramperl

Heiliger Nikolaus, Kramperl und Buttnmandl

Wie sonst kein anderer Berufsstand waren die Bauern von jeher den Naturgewalten ausgeliefert. Aus diesem Naturbewusstsein ist ein tiefer Glaube entstanden, der sich in zahlreichen kirchlichen Festen und religiösen Bräuchen widerspiegelt. Besonders facettenreich sind am Ende des Jahres die weihnachtlichen Bräuche. Als Relikt aus der Keltenzeit und durch den Heiligen Nikolaus christianisiert, ziehen am Nikolaustag wilde Gestalten in Fell und Stroh mit Glocken, genannt Kramperl und Buttnmandl, durch Berchtesgaden und Umgebung. Dieser ursprünglich heidnische Brauch ist bis heute ein Einkehrbrauch, bei dem die Einheimischen Familien besucht werden, und keine Publikumsveranstaltung.   

Die Buttnmandl der Struber Jager | Bundeswehr

Während das traditionelle Buttnmandllaufen ein Einkehrbrauch ist, der zum großen Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, nimmt der Buttnmandllauf der Gebirgsjäger der Bundeswehr eine Sonderstellung ein. Seit 1962 zieht der Heilige St. Nikolaus mit seinen Buttnmandln, Kramperln, dem Knecht Ruprecht und vielen Engerln am 5. Dezember von der GebirgsjägerKaserne in Strub/Bischofswiesen nach Berchtesgaden und erfreut zahlreiche Schaulustige. Bereits ab 13:30 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit am Glühwein – und Kinderpunschstand an der Kaserne einzukehren. Nach dem Ausmarsch aus der Kaserne um 14 Uhr geht die wilde Schar über die Gebirgsjägerstraße und den Gmundberg in den Markt Berchtesgaden. Wie in jedem Jahr haben der Nikolaus und seine Engerl kleine Geschenke für die Kinder dabei. Gegen 15:15 Uhr wird der Zug am Schlossplatz erwartet. Danach geht es zurück über das Triembacher-Eck zum Hotel Edelweiss und abschließend zum Gasthaus "Goldener Bär", wo Wirt Peppi Haslinger allesamt verköstigt.

Wilde Gestalten in Fell und Stroh

Durch das Buttn - Scheppern oder Rütteln - großer Glocken, sollte ursprünglich die winterliche Natur bereits zu diesem frühen Zeitpunkt wieder erweckt werden. Die Buttnmandl und Ganggerl (mit viel kleineren Glocken) sind in langes, ausgedroschenes Stroh eingebunden. Fellmasken und große, um die Taille gebundene Glocken vollenden das furchteinflößende Aussehen. Die in Felle gekleideten "Kramperl" halten die Gruppe der Buttnmandl zusammen und geben die Anordnungen des Nikolaus an die Gruppe weiter. Buttnmandl und Kramperl tragen eine Rute bei sich, die sogenannte "Lebensrute", die man mit einem Schlag um die Beine zu spüren bekommt. Der christliche Nikolaus trägt im Berchtesgadener Land die Kleidung eines Bischofs. Vielfach wird er vom "Nikoloweibl", einem in Mädchentracht gekleideten Jungen, begleitet.

Buttnmandl- und Kramperllaufen

Das Buttnmandllaufen findet im Ortsteil Loipl am 1. Advent, in Winkl am 2. Advent und in Maria Gern am Heiligen Abend nachmittags statt. Am Nikolaustag kann man das bunte Treiben ab Einbruch der Dunkelheit in vielen anderen Gemeinden und Gnotschaften des Berchtesgadener Landes beobachten. Es handelt sich hierbei nicht um eine Publikumsveranstaltung

Brauchtum in der Staaden Zeit

  • Berchtesgadener Advent

  • Weihnachtsschützen

    Christkindl-Schießen der Weihnachtsschützen
  • Klöcklsingen

    Der bei uns in Berchtesgaden noch recht verbreitete Brauch des Klöcklsingens oder Kletzei gehens geht bis ins 15. Jahrhundert zurück
Staade Zeit