Die Teufelsmühle
am FuntenseeDer Funtensee auf 1.600 Metern Höhe im idyllischen Naturparadies des heutigen Alpennationalparks Berchtesgaden ist Schauplatz einer mächtigen Sage:
Einst hoffte ein Jäger, an diesem Ort ein Mankei - ein Murmeltier - zu erwischen. Da hörte er am gegenüberliegenden Ufer rappelnde Mahlgeräusche. Der Teufel höchstpersönlich saß dort! Er mahlte Steine zu Mehl und formte daraus goldene Taler.
Der Jäger, seiner Armut müde, sehnte sich sehr nach Reichtum. Prompt funkelten Goldtaler neben ihm im Ausgang eines Mankei-Baus. Er konnte nicht widerstehen und steckte einen Taler in die Tasche. Der Teufel sah's und wähnte sich der Seele des Jägers gewiss.
Doch der fromme Jäger ging - zurück im Tal - geradewegs in die Kirche zum Weihwasserbecken. Kaum tauchte er das Goldstück ins Weihwasser, verwandelte es sich augenblicklich in Stein.
Als der Teufel merkte, dass er den Jäger nicht einfangen konnte, wurde er fuchsteufelswild. Sein Zornesgebrüll ließ alles Getier erstarren. Seitdem gibt es keine Fische mehr im Funtensee. Der Jäger aber lebte fortan glücklich und zufrieden. Es mangelte ihm an nichts - auch ohne Gold.
Noch heute graut es den Wanderern, wenn sie am Abfluss des Funtensees vorbeigehen. Das gurgelnde Geräusch, das vom Abfluss kommt, bevor das Funtenseewasser ungefähr elf Stunden später im Königssee ankommt, erinnert allzu sehr an die Mühle des Teufels von einst.