Schäffler
Ein lebendiges Stück bayerischer Kultur in BerchtesgadenDer Schäfflertanz ist eine der traditionsreichsten Volkstanz-Bräuche im alpenländischen Raum und auch in Berchtesgaden ein echtes kulturelles Highlight. Ursprünglich stammt dieser Zunfttanz der Schäffler – der Fassmacher – aus dem spätmittelalterlichen Bayern und blickt auf mehrere Jahrhunderte lebendiger Geschichte zurück.
Ursprung des Schäfflertanzes
Die Wurzeln des Schäfflertanzes liegen im damaligen München: In den Jahren um 1517 hatte die Pest das Leben in der Stadt zum Erliegen gebracht. Die Fassmacher, heute Schäffler genannt, wollten mit ihrem fröhlichen Tanz die Menschen wieder nach draußen locken, Mut machen und neue Lebensfreude schenken. Obgleich die früheste belegte Erwähnung aus dem Jahr 1702 stammt, hat sich diese Legende fest in das kulturelle Gedächtnis Bayerns eingeprägt.
Seit dem 18. Jahrhundert hat sich der Brauch etabliert, den Schäfflertanz alle sieben Jahre aufzuführen – ein Rhythmus, der heute ikonisch für diese Tradition steht.
Die Schäffler in Berchtesgaden
In Berchtesgaden hat der Schäfflertanz seit 1928 seinen festen Platz im kulturellen Kalender. Der TSV Berchtesgaden nahm den Brauch auf, um Fasching und Gemeinschaftsleben zu beleben, und seitdem wurde der Tanz regelmäßig im siebenjährigen Rhythmus aufgeführt – nur im Jahr 1942 fiel er wegen des Krieges aus.
Mit typischer Fröhlichkeit und festlicher Stimmung versuchen die Schäffler auch heute wieder, den Menschen Freude zu bringen. Dabei tanzen sie nicht nur einfache Schritte, sondern führen eine festgelegte Folge von Figuren auf – begleitet von Musik, Farben und Heiterkeit. Besonders sind die traditionellen Kostüme der Schäffler: hellrote Jacken, schwarze Kniehosen, Lederschürzen mit Wappenschild, grüne Schlegelmützen und der charakteristische schwarze „Pestband“ quer über dem Hemd – Erinnerung wie Zeichen zugleich.