Der Palmsonntag bringt erste Farbtupfer nach Berchtesgaden
Im Frühling, oft sind die Felder noch schneebedeckt, bringt der Palmsonntag die ersten Farbtupfer ins Land. Er wird farbenfroh und segensreich begangen und war im Berchtesgadener Land schon immer fest im Brauchtum verwurzelt. Die ganze Familie geht am Sonntagmorgen dann zur Palmweihe und danach zur Palm-Prozession und Messe in die Kirche. Jüngere Buben, die "Palmtragerbuam", bringen die Palmbäume mit. Sie werden gesegnet, bevor sie zu den Häusern zurückgetragen werden. Bei den Höfen wird dann zum Mittagsläuten ein Palmbuschen auf das Feld gesteckt. Kleinere Palmbuschen werden in der Stube im Herrgottswinkel angebracht und auf die Gräber der Familien gesteckt. Wenn irgend möglich, dann wird zum Palmtragen zum ersten Mal im Jahr die kurze Lederhose angezogen. Dann hat der Frühling begonnen. Häufig schneit es aber am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, noch. Dann sind die farbenfrohen Palmbäume ein schöner Farbklecks in der Landschaft und symbolisieren das Erwachen des lang ersehnten Frühlings.
Am Wochenende darauf feiern die Christen auf der ganzen Welt mit Ostern ihr höchstes kirchliches Fest. An den Feiertagen sieht man die Einheimischen im Berchtesgadener Land in großer Zahl in ihren bunten Trachtengewändern zur Kirche gehen. Gäste und Einheimische besuchen gemeinsam die festlichen Gottesdienste in der Karwoche und an den Osterfeiertagen. Bei den Gottesdiensten in der Osternacht und am Ostersonntag Morgen, werden die mitgebrachten Speisen in allen Kirchen des Berchtesgadener Landes gesegnet. Danach geht es traditionell nach Hause in die Familien zum segensreichen Osterfrühstück.