Palmsonntag

Der Palmsonntag bringt erste Farbtupfer

Palmweihe am Sonntag vor Ostern
In den Wochen vor Ostern finden in Berchtesgaden und im Rupertiwinkel umfangreiche Vorbereitungen in den Familien und auf den Bauernhöfen statt. Die Väter schneiden Weidenäste, besorgen Zweige und binden die "Palmbuschen",  die Mütter und größeren Kinder basteln den Palmschmuck aus "Gschobertbandln", gefärbten Hobelspänen, die im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem, noch heute am Palmsonntag von den Kindern zur Kirche getragen und dort gesegnet werden.

Palmschmuck aus Gschabertbandln

Die Mütter und größeren Kinder basteln den Palmschmuck aus gefärbten Hobelspänen - den so genannten "Gschabertbandln". Kunstvoll sieht er aus der bunte Schmuck aus zwei- und dreifarbiger Ziehamusi (Ziehharmonikas), mit Kugeln - den so genannten "Ohrein", den "Rollein" und losen Bandln. Wie man den handgemachten, individuellen Holzschmuck rund um Berchtesgaden nennt.

Der Palmsonntag bringt erste Farbtupfer nach Berchtesgaden

Im Frühling, oft sind die Felder noch schneebedeckt, bringt der Palmsonntag die ersten Farbtupfer ins Land. Er wird farbenfroh und segensreich begangen und war im Berchtesgadener Land schon immer fest im Brauchtum verwurzelt. Die ganze Familie geht am Sonntagmorgen dann zur Palmweihe und danach zur Palm-Prozession und Messe in die Kirche. Jüngere Buben, die "Palmtragerbuam", bringen die Palmbäume mit. Sie werden gesegnet, bevor sie zu den Häusern zurückgetragen werden. Bei den Höfen wird dann zum Mittagsläuten ein Palmbuschen auf das Feld gesteckt. Kleinere Palmbuschen werden in der Stube im Herrgottswinkel angebracht und auf die Gräber der Familien gesteckt. Wenn irgend möglich, dann wird zum Palmtragen zum ersten Mal im Jahr die kurze Lederhose angezogen. Dann hat der Frühling begonnen. Häufig schneit es aber am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, noch. Dann sind die farbenfrohen Palmbäume ein schöner Farbklecks in der Landschaft und symbolisieren das Erwachen des lang ersehnten Frühlings.

Am Wochenende darauf feiern die Christen auf der ganzen Welt mit Ostern ihr höchstes kirchliches Fest. An den Feiertagen sieht man die Einheimischen im Berchtesgadener Land in großer Zahl in ihren bunten Trachtengewändern zur Kirche gehen. Gäste und Einheimische besuchen gemeinsam die festlichen Gottesdienste in der Karwoche und an den Osterfeiertagen. Bei den Gottesdiensten in der Osternacht und am Ostersonntag Morgen, werden die mitgebrachten Speisen in allen Kirchen des Berchtesgadener Landes gesegnet. Danach geht es traditionell nach Hause in die Familien zum segensreichen Osterfrühstück.

Frühlingsbräuche in Berchtesgaden

  • Aperschnalzen

    Das Aperschnalzen ist im bayerischen Voralpenland und im Salzburger Land ein uralter, vorchristlicher Brauch. Über seine Entstehung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die geläufigste ist, dass es um das Winteraustreiben gehe
  • Heiliges Grab Höglwörth

  • Maibaum aufstellen

  • Bergfest an Pfingsten

    Die feierliche Zeremonie des Bergfestes in und um das Salzbergwerk Berchtesgaden soll bereits seit mehr als 500 Jahren bestehen. An Pfingsten feiern die Bergknappen dieses große Fest ganz im Zeichen des AlpenSalzes aus den Tiefen des Berchtesgadener Salzberges.
Frühlingserwachen in Berchtesgaden