Vor 200 Jahren (1824/25) malte Caspar David Friedrich den Watzmann, ohne jemals selbst in Berchtesgaden gewesen zu sein. Als Vorlage diente ihm die Aquarellstudie eines Schülers. Mit einer Größe von 136 auf 170 Zentimeter ist es eines der größten Werke Friedrichs. Anlässlich des 250. Jubiläums des Geburtstags von Caspar David Friedrich haben wir zwei seiner berühmten Gemälde, "Der Watzmann" und "Der Wanderer über dem Nebelmeer", zu einem Bild kombiniert. Das Bild ist derzeit in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt und zieht anschließend noch weiter nach Berlin.
Caspar David Friedrich (1774-1840) gilt mit seinen Natur- und Landschaftsdarstellungen als Wegbereiter der Deutschen Romantik. Auf seiner Suche nach geeigneten Motiven ist er auch in Berchtesgaden fündig geworden und hat den Watzmann, das Wahrzeichen unserer Heimat, verewigt.
1824/25 malte Caspar David Friedrich das Wahrzeichen Berchtesgadens, den Watzmann, in Öl auf Leinwand. Mit einer Größe von 136 auf 170 Zentimeter ist es eines der größten Werke Friedrichs. Obwohl Caspar David Friedrich nie in den Alpen war, hatte der Künstler großes Interesse an Bergen und Gebirgen. Sein Gemälde des Watzmanns beruht auf einer Aquarellstudie seines Schülers von 1821, die ein Jahr vor dessen Tod in Italien entstand. Friedrich kannte auch das Watzmannbild von Ludwig Richter, lehnte dessen idyllische Stimmung jedoch ab. Friedrichs Gemälde zeigt den Betrachterstandpunkt nordöstlich des Berges und die Sonne steht im Südwesten. Die strenge Komposition des Gemäldes besteht aus Dreiecken, die höher ansteigende Bergspitzen bilden, und die beiden Gipfel und Schneefelder des Berges im mittäglichen Sonnenlicht sind der Höhepunkt des Gemäldes. Friedrichs Ziel war es, die Erhabenheit und Unerreichbarkeit des göttlichen Wesens darzustellen, wofür er verschiedene Zeichnungen und Skizzen von verschiedenen Gebirgen verwendete.
„Der Watzmann“ von Caspar David Friedrich gehört nach 1832 Senator Carl Friedrich Pogge aus Greifswald, durch Erbschaft gelangt es nach Rostockin die Hände von Adolf Gustav Barthold Georg von Pressentin (1814–1879). Nach seinem Tod geht es an den jüdischen Kunstsammler Martin Brunn aus Berlin, der es unter nationalsozialistischem Druck 1937 an die Nationalgalerie verkaufen muss: Mit dem Erlös von 25.000 Reichsmark finanziert er die Flucht seiner Familie in die USA. 10.000 Reichsmark bewilligt Adolf Hitler persönlich, auch in Hinblick auf seinen zweiten Regierungssitz am Obersalzberg bei Berchtesgaden.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wird „Der Watzmann“ zum Schutz vor Bombenangriffen ausgelagert. Ab 1968 wird das Gemälde zunächst in der Neuen Nationalgalerie und später im Schloss Charlottenburg in der damaligen Galerie der Romantik ausgestellt.
1999 bekommt eine Erbengemeinschaft von Martin Brunn in New York das Bild im Rahmen einer sogenannten Restitution von Raubkunst wieder zugesprochen. 2002 einigt sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit den Erben, die DekaBank kauft das Bild unter Vermittlung der Kulturstiftung der Länder nun rechtmäßig zu einem unter dem Marktwert liegenden Preis und stellt es der Berliner Nationalgalerie als Dauerleihgabe zur Verfügung.