Schüsselkas Herstellung auf der Alm
Auf einigen Almen in Berchtesgaden wird der traditionelle Schüsselkas noch hergestellt. Dazu wird die Milch der Kühe vom Rahm getrennt, ein Teil der so gewonnenen Magermilch wird an die Kälber verfüttert. Aus dem größeren Teil wird jedoch Schüsselkas gemacht. Die Magermilch wird in der Nähe des Herdes in Milchkannen ganz natürlich durch die Mikroflora der Almhütte eingedickt. Ganz ohne Zusatz von Kulturen oder Enzymen wie Lab, sondern nur durch Milchsäurebakterien.
Durch Erhitzen der eingedickten Milch trennt sich der "Schotten" (Quark) von der "Jutten" (Sauermolke). Mit einem Sieb wird der Bruch von der Molke getrennt und tropft in Tüchern ab. Der trockene Schotten wird anschließend mit Salz und Pfeffer gewürzt und danach in einer Schüssel im warmen Raum aufgestellt. Durch gelegentliches Umrühren entwickelt der anfangs trockene, weiße und geschmacksneutrale Käse von Tag zu Tag mehr Farbe und Geschmack. Serviert wird der Schüsslkas in der Regel auf einem Brot mit selbstgemachter Butter.
Die Einheimischen mögen den Schüsselkas am liebsten richtig "spintig" - also zäh und nicht mehr bröselig - und verfeinern ihn mit Salz und Pfeffer. Gleichsam g'schmackig kommt er in Kasnocken und Kaspressknödeln in der Suppe daher. Fragt man Liebhaber, schmeckt der Schüsslkas am besten nach einer Bergtour, dazu entweder ein Glas kalte Milch oder ein kühles Bier.