Es duftet herrlich. Mit herzlichen Grüßen aus dem Gästehaus Hinterponholz wünsche ich Euch eine wunderschöne Adventszeit und viel Spaß beim Backen. Wer keine Zeit fürs Rezeptausprobieren hat, versucht, am heimisch & fair-Stand auf einem der Wochen- und Bauernmärkte ein Früchtebrot zu ergattern.
“Die Kinder sind bei meiner Mama unten im Dorf”, stimmt sich Katrin Stutz auf eine ungestörte Stunde Backen ein: : “Heute backe ich mein Früchtebrot – ganz einfach und perfekt für die nahende Adventszeit”:
Die junge Frau lebt mit ihrer Familie im wunderschönen Gästehaus Hinterponholz nahe dem Bindenkreuz auf fast 790 Metern Höhe. Damit steht sie gerade in der Gästehaus-Küche nochmal rund 120 Meter höher als ihre zwei Buben bei der Oma unten im Ortskern des Bergsteigerdorfs Ramsau bei Berchtesgaden. Draußen kämpft die Sonne mit ihren warmen Strahlen gegen die bereits herbstlich-frische Temperatur. Die grauen Riesen Hochkalter, Steinberg, Reiteralm und Mühlsturzhorn positionieren sich imposant direkt in Sichtweite. Vor dem Haus gibt es einen großen Kinderspielplatz, Laufenten watscheln über die Wiese, Ziegen und Esel schauen neugierig aus ihren Gehegen zum Haus mit dem wunderbar gearbeiteten Holzbalkon herüber.
Vor einigen Jahren hat Katrin von ihrer Schwiegermutter das Frühstück für die Gäste übernommen. 30 Betten gibt es im Gästehaus Hinterponholz. Die Ferienwohnungen mit bis zu drei Schlafzimmern werden von einigen Doppelzimmern ergänzt.
Da ihr ein verantwortlicher Umgang mit Natur und Umwelt sehr am Herzen liegt, hat Katrin als eine der Ersten im Bergsteigerdorf Ramsau bei Berchtesgaden das "Biosphären-Frühstück" eingeführt. Seit über 30 Jahren ist der Landkreis Berchtesgadener Land von der UNESCO als Biosphärenreservat international anerkannt und steht seither für eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht. Das Biosphären-Frühstück ist ein Kleinprojekt der Biosphärenregion. Katrin übererfüllt die Auflagen. Es müssen Bio-Fairtrade-Kaffee und Berchtesgadener Land Milch, sowie mindestens vier Komponenten des Frühstücks aus der Region stammen oder handgemacht angeboten werden. Im Gästehaus Hinterponholz kommen die Frühstückseier von den eigenen Hühnern. Aufstriche, Marmeladen und Kuchen macht Katrin selbst. Käse kommt von der Kallbrunnalm, Semmeln vom Dorfbäcker, Wurst vom heimischen Metzger. Im Sommer steht die junge Ramsauerin um fünf Uhr morgens auf. Wenn das Frühstück fertig ist, macht sie die Buben fertig und bringt den Großen in den Kindergarten hinunter ins Dorf. “Es lohnt sich, weil es mir so große Freude macht, mit unseren regionalen Rohstoffen verantwortungsbewusst umzugehen. Manche Gäste buchen wegen des tollen Frühstücks bei uns”, bestätigt sich Katrin ihr Engagement. Sie möchte gerne andere Gastgeber motivieren: “So viel mehr Aufwand ist es nicht, das schafft jeder. Und es rentiert sich.”
Als ob das nicht genug Arbeit wäre, steht Katrin seit 2019 als Vereinsvorsitzende an der Spitze der Erzeugergemeinschaft “heimisch & fair – Ramsau Regional e.V.”. Mit dem ersten Markt im neu erstandenen Verkaufswagen kam das große Zittern, viele Kontakte abtelefonieren, noch mehr Gespräche führen. “Der Wagen kam uns so groß vor und wir hatten Angst, dass wir nicht genügend Produkte zusammen bekommen”, erinnert sich Katrin an die unnötige Sorge. Die Märkte waren seit jeher ein voller Erfolg und mittlerweile melden sich die Erzeuger von sich aus bei der Vereinsvorsitzenden. Von Almkäse bis zu Keramikwaren, von der Kerzenkunst bis zu Vogelbeerlikör – einmal im Monat verkauft “heimisch & fair” die frischen, regionalen und handgemachten Produkte auf dem Berchtesgadener Wochen- und Bauernmarkt. In den Sommermonaten werden die Schmankerl und handgemachten Kostbarkeiten zusätzlich bei verschiedenen Gelegenheiten in der Ramsau feilgeboten.
Katrin holt das Früchtebrot mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck aus dem Ofen. Der Duft katapultiert jeden im Haus übergangslos in die Adventszeit. Schwimmen, auf die Berchtesgadener Almen radeln, Zeit mit der Familie und draußen in der Natur verbringen – das mag Katrin sehr. Die Küche ist aber ihr Lieblingsort: “Backen und Kochen ist keine Arbeit für mich, das ist mein Hobby”, lacht die gelernte Köchin: “Ich probiere Rezepte gern aus, besonders die aus Omas Zeiten, und perfektioniere sie mit jedem Mal.”
Ein Blick auf die Uhr beendet die Küchenzeit. Jetzt eilt es, den Nachwuchs abzuholen. “Natürlich back‘ ich das Früchtebrot auch für heimisch & fair. Wer Glück hat, ergattert eins am Markt”, grinst Katrin und zieht ihren Mantel an.
Für das Früchtebrot verwende ich gute regionale Zutaten, wie das Mehl und die Äpfel. Es geht super einfach und ist ideal für die Adventszeit.
Zutaten für das weihnachtliche Früchtebrot aus dem Bergsteigerdorf Ramsau bei Berchtesgaden für eine Kastenkuchenform:
Zubereitung:
Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Stücke schneiden. In einer Schüssel mit dem Zucker mischen und ca. 4 Stunden stehen lassen. Dann die Rosinen und Mandeln dazu geben. Mehl, Speisestärke und Kakao mischen und unter die Masse rühren. Rum, Zimt und Nelken untermischen und Milch dazu geben, falls der Teig zu fest ist. Den Teig in eine gefettete Kastenkuchenform geben und bei 180°C Ober-/Unterhitze ca. 45 Minuten backen. Das Früchtebrot in der Kuchenform abkühlen lassen.