Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung
Kirche in Ettenberg am Fuße des Untersbergs- Jetzt geschlossenMarktschellenberg
Hoch über dem Dorf Marktschellenberg liegt der Ortsteil Ettenberg am Fuße des sagenumwobenen Untersberges. Die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung und der danebenliegende Mesnerwirt sind ein typisch bayerisches Ensemble von Kirche und Wirtshaus.
Etwa 400 Meter oberhalb von Marktschellenberg liegt auf einem Hochplateau Ettenberg, umgeben von der atemberaubenden Bergwelt der Berchtesgadener Alpen. Um dessen nördlichstes Massiv, den Untersberg mit seinen zahlreichen Höhlen, ranken sich viele Sagen und Mythen.
Geschichte der Wallfahrtskirche Ettenberg
Wie die Wallfahrtslegende berichtet, wurde im Jahr 1695 unter einem Lindenbaum eine Marienfigur gefunden. Linden hatten und haben eine hohe religiöse und mythologische Bedeutung und Symbolkraft. Die Linde gilt als ein Symbol für Gerechtigkeit, Liebe, Frieden und Heimat sowie als Platz der Gemeinschaft.Zum Schutz des Gnadenbildes wurde an dieser Stelle eine kleine Kapelle aus Holz gebaut. Wind und Wetter setzten dem kleinen Gotteshaus jedoch stark zu. So wurde nur 35 Jahre später der Grundstein für einen Neubau aus Stein gelegt. Der wehrhaft anmutende Bau mit seinem Westturm aus dem 19. Jahrhundert scheint allen Widrigkeiten zu trotzen. Fest und massiv steht die Kirche Maria Ettenberg in der unberührten Natur und erwartet den Wallfahrer am Ende seines Pilgerweges.
Die Fresken an der Decke des Langhauses werden von höfischem Bandelwerkstuck umrandet. Ihr Inhalt vervollständigt das mariologische Programm des Kirchenbaus.In der typologischen Gegenüberstellungen Maria als neue Esther, im großen Mittelbild, geht es um Verheißung und Erfüllung. Die Ankündigungen des Alten Testaments (Königin Ester), vollenden sich im Neuen Testament (Maria). Ester rettet durch ihre mutige Fürsprache bei Ihrem Mann, dem Perserkönig Ahasver, ihrem Jüdischen Volks das Leben. Maria kniend auf einer Wolke, ist dargestellt als Fürsprecherin für die hinter ihr versammelte Propstei Berchtesgaden (Wappen in der Hand des Knaben im rechten unteren Bildrand). Die Lauretanische Litanei ist ein gemeinschaftliches Gebet und dient der Anrufung der Gottesmutter. In den vier kleineren Bildfeldern, die das Hauptbild umrahmen, werden einige der zahlreichen in der Litanei verwendeten Marientitel dargestellt: Heil der Kranken, Trösterin der Betrübten, Zuflucht der Sünder, Hilfe der Christen.
Durch Portale, die den Hochaltar mit der Chorwand verbinden, kann das Gnadenbild umschreitet werden, vorbei an zahlreichen Votivtafeln. Die Darstellungen zeigen wundersame Errettungen aus Notsituationen mit erklärenden Texten sowie dem Zusatz ex voto (wegen eines Gelübdes). Bevor der Gläubige das Gotteshaus verlässt, fällt sein Blick auf die monumentale Holzfigur des heiligen Christophorus. Der sogenannte Christusträger befindet sich auf der Orgelempore. Als einer der Vierzehn Nothelfer ist er heute besonders bekannt als Schutzheiliger der Reisenden.