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Riesending-Schachthöhle

Deutschlands tiefste und längste Höhle: Das Riesending

Seit ihrer Entdeckung im Jahr 2002 erkunden und vermessen Höhlenforscher eines kleinen Vereins aus Bad Cannstatt die Riesending-Schachthöhle im Untersberg. Mit derzeit 19.3 km Länge ist das Riesending die grösste Höhle Deutschlands, und mit einem aktuellen Endpunkt 1148 m unter dem Einstieg auch die tiefste. Doch neben diesen Superlativen beeindruckt die Höhle vor allem durch ihre gewaltigen Schachtstufen, die rauschenden Bachläufe, deren Gischt die Schächte erfüllt, und ein weitläufiges Labyrinth grosser Röhrengänge, das in 900 m Tiefe angetroffen wird. International berühmt wurde die Riesending Höhle ducrh den schweren Unfall des Höhlenforschers Johann Westhauser, der in einer beispiellosen Rettungsaktion aus fast 1000 Meter Tiefe gerettet wurde.

Der Untersberg, 1.972 Meter hoch, die deutsch-österreichischen Grenze verläuft genau über seinen zerklüfteten Rücken, ist von zahlreichen Höhlen durchzogen. Mehreren Sagen zufolge haben Zwerge und Wildfrauen dort in der Tiefe marmorne Schlösser erbaut und sie mit Silber- und Goldschätzen ausgeschmückt. Auch Karl der Große oder Kaiser Barbarossa wurden in Untersberg-Höhlen vermutet; dort erwarteten sie schlafend die Schlacht, in der das Schicksal der Welt entschieden wird. Esoteriker und Mystiker wiederum schreiben dem Berg magische Kräfte als Zeitportal zu, die Alpenschamanen sehen ihn im einen Kraftort und der Dalai Lama bezeichnet den Untersberg bei seinem Salzburgbesuch 1992 gar als Herz-Chakra Europas. Vor allem auf österreichischer Seite haben Speläologen, die Erforscher der Unterwelt, tatsächlich fantastische Schattenreiche im Innern des Untersbergs aufgespürt: riesige Labyrinthe wie die mittlerweile auf 33 Kilometer kartierte Gamslöcher-Kolowrat-Höhle etwa.

 

Abgesehen von der Schellenberger Eishöhle bleibt die deutsche Seite des Berges unterhalb der zerklüfteten Oberfläche unbekanntes Land. 1995 begannen schwäbische Höhlenforscher der Arbeitsgemeinschaft Höhlenkunde Bad Cannstatt das Hochplateau des Unterberges systematisch auf Löcher abzusuchen. Der große Fund aber bleibt ihnen verwehrt. Erst im Sommer 2002 stößt eine Gruppe von acht jungen Höhlenforschern in einem vergessenen Felstrichter auf ein Gangsystem von gewaltigem Ausmaß, das die Höhlenforscher zum Ausschrei: Was ist denn das für ein Riesending? veranlasst. Dieser Name sollte bleiben!

 

Mehr als 1.000 Meter tief frisst sich die Riesending Schachthöhle nach dem Einstieg auf 1.840 Metern Höhe durch das Gestein in die Tiefe! Jede neue Expedition bringt die Speläologen in weitere unterirdische Röhren, Schluchten, Canyons und sogar richtige Hallen. Der aktuelle Stand der Forschung bestätigt dem Riesending eine Tiefe von 1.149 Metern und eine Länge von 20,3 Kilometern. (Stand März 2018). Die Riesending Schachthöhle im Untersberg ist damit nicht nur die tiefste Höhle Deutschlands, sondern auch die längste.

Joahnn Westhausers Rettung aus dem Riesending

Im Juni 2014 kam es in der Riesending-Schachthöhle in fast 1000 m Tiefe, viele Stunden vom Tageslicht entfernt, zu einem schweren Unfall. Mehr als 700 Helfer haben danach in einer beispiellosen Rettungsaktion um das Leben von Johann Westhauser gerungen. Der persönlicher Einsatz der zahlreichen Helfer und die große Welle an Hilfsbereitschaft war überwältigend. Als schönster Lohn konnte Johann Westhauser am 12. Tag nach seinem Unfall aus der Höhle gerettet werden und ist seitdem vollständig genesen.

Riesending-Schachthöhle

Am Untersberg, 83483 Bischofswiesen

Höhe

1843 m

Ausgangspunkt / Parkplatz

Öffnungszeiten

Die Höhle ist für die Öffentlichkeit gesperrt, der Eingang ist verschlossen! Die Begehung ist nur in Ausnahmefällen für Forschungsarbeiten möglich!

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