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Die Eiskapelle am Königssee

Das tiefste Schneefeld der Deutschen Alpen

Unterhalb der Watzmann-Ostwand befindet sich das tiefst-gelegene permanente Eisfeld der Deutschen Alpen: Die Eiskapelle! Obwohl die sommerliche Schneegrenze fast 2.000 Meter höher liegt, besteht dieses Firneisfeld das ganze Jahr über. Der Grund hierfür sind die enormen Schneemassen, die im Winter und Frühjahr vor allem in Form von gewaltigen Lawinen aus der Watzmann-Ostwand abgehen und so das Firnfeld nähren. Die Mengen reichen aber nicht aus, um einen fließenden Gletscher zu erzeugen. Zudem befindet sich im Inneren des Eisdfeldess ein geräumiger Hohlraum: die so genannte Eiskapelle. Ihr Eingang gleicht einem Gletschertor, das Innere bilden verschiedene Schächte und Gänge, die im Sommer bis über 30 m Breite und 15 m Höhe erreichen. An den Wänden befinden sich durch Schmelzvorgänge entstandene, charakteristische Auskehlungen. Wenn im Winter die Zugänge durch Schnee erneut blockiert werden, schrumpfen die Höhlengänge wieder. So wechseln Firnfeld und Höhle ständig ihre Gestalt.

Eine Eishöhle im Wandel

Niederschlagswässer, die im Sommer über die Ostwand abfließen, schmelzen Schächte in die Rückseite des kleinen Schneefeldes. Auf dem Schuttboden unter dem Firnfeld entsteht ein verzweigtes Netz kleiner Bäche, das auch an der Unterseite des Eises Gänge frei schmilzt. Sobald das Gangsystem durchgängig ist, setzt Luftzug ein: Schwere, kalte Luft aus der Höhle fließt – entgegen dem Kamineffekt – aus dem unteren Eingang ab und saugt dadurch von oben warme Luft durch die Schächte nach. Durch diesen Luftzug erweitern sich die Höhlengänge im Sommer stark. Dieser Luftzug sorgt auch in den Sommermonaten für kalte Fallwinde, die Wanderer oft als sehr kalt empfinden. Im Winter kommt die Luftzirkulation zum Stillstand und durch plastische Verformung des Eises verkleinern sich die Höhlengänge.

Die Eiskapelle und der Klimawandel

Ihren Status als Gletscher verlor die Eiskapelle mit dem Abschmelzen der Gletscherzunge in den Jahren zwischen 1920 und 1950. Dennoch ist  der "Gletscher" am Wandfuß des Watzmann das tiefstgelegene ständige Vorkommen von Firneis im deutschen Alpenraum. Trotz des Klimawandels ist zu erwarten, dass die Eiskapelle dauerhaft bestehen bleibt, da es in jedem Winter durch Lawinen erneut genährt wird.

Wanderung von Sankt Bartholomä zur Eiskapelle

Die Eiskapelle ist ausschließlich von Sankt Bartholomä aus zu erreichen, das bedeutet: Sie müssen zuerst mit dem Schiff über den Königssee bis zur Haltestelle St. Bartholomä fahren. Von der Bootsanlegestelle gehen Sie in Richtung der Nationalpark-Informationsstelle. Hier weisen Schilder den Weg über den Eisbach zur Kapelle Sankt Johann und Paul. An der Kapelle wird der Wanderweg steiler und durchquert ein kurzes Waldstück. Nach dem Wald erblickt man die mächtige Watzmann Ostwand. Entlang des oftmals trockenen Bachbeetes des Eisbaches führt der Weg durch das raue Gelände zwischen Felsbrocken hindurch zur Eiskapelle. Für die etwa 6 Kilometer lange Wanderung von St. Bartholomä zur Eiskapelle mit einem Höhenunterschied von 250 Metern sollten Sie etwa eineinhalb bis zwei Stunden veranschlagen.

 

Die Eiskapelle am Königssee

am Königssee
Tel.: +49 8652 9686-0

Höhe

800 m

Ausgangspunkt / Parkplatz

Seestraße 3, 83471 Schönau am Königssee

Öffnungszeiten

Während der Schneeschmelze bis in den Frühsommer und nach heftigen Regenfällen können die Bäche anschwellen und den Weg zur Eiskapelle erschweren.

Auszeichnungen

Bayerns 100 schönste Geotope

Das Bayerische Landesamt für Umwelt nahm das Ensemble Watzmann Ostwand und Eiskapelle in die Liste der 100 schönsten Geotope Bayerns auf. Auch der Zauberwald in Ramsau und die Felsformation Steinerne Agnes in Bischofswiesen schafften es auf die Liste.

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