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Stiftskirche Berchtesgaden

Kirche St. Peter und Johannes der Täufer

Die Geschichte der Stiftskirche Berchtesgaden

In alten Reiseberichten ist zu lesen: … „so erstreckt sich das Gebiet mehr in die Höhe als in die Breite …“. Abgesehen von der Tal-Ebene, die von Salzburg nach Berchtesgaden führt, ist die Gemeinde von den Berchtesgadener Alpen in unterschiedlichen Höhenlagen umgeben. An prominenter Stelle ragt auch das ehemalige Augustinerstift mit dem Gotteshaus in den Himmel.

Von weiten schon ist im Osten der Chor aus der Frühgotik mit seinen hohen und schmalen Fenstern zu erkennen. Das sich anschließende niedrigere Langhaus erstreckt sich Richtung Westen bis zur Doppelturmfassade. Immer wieder wurden Türme und Fassade immer wieder Opfer von Blitzschlägen und Bränden. Der Betrachter steht heute vor einer neuromanischen Fassade aus dem 19. Jahrhundert.

Die Klostergründung geht auf 1116/19 zurück. Gebaut wurde an der Stelle, an der die Forschung schon vor dem 10. Jahrhundert eine kleine hölzerne Kirche oder Kapelle vermutet. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde das Münster durch Stiftspropst Eberwin als Notbau errichtet. Anhand einer Innschrift von 1122 soll der Salzburger Erzbischof Konrad einen ersten Bauabschnitt geweiht haben. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika errichtet und vermutlich erste Türme. Als Teil des Klosterstifts wurde die Kirche Mitte des 13. Jahrhunderts um einen Kreuzgang, eine Vorhalle und zwei Türme erweitert. Um die Wende des 13. ins 14. Jahrhundert setzte die gotische Überbauung in den folgenden Jahrhunderten ein mit Propst Johann Sax von Saxenau und der Gestaltung eines neuen Chors im frühgotischen Stil. Seit 1803 fungiert als Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarrei St. Andreas.

Austattung der Kirche

Vom Schlossplatz aus betritt man die im Westen gelegene Vorhalle und steht vor dem spätromanischen Hauptportal. Das repräsentative Stufenportal lässt die kleine Türöffnung in der Fassade größer erscheinen. Das Portalgewände verbreitert sich stufenförmig nach außen und erzielt auf diese Weise einen beeindruckenden optischen Effekt. Der Gläubige empfindet ein starkes Bedürfnis, den Kirchenraum zu betreten. Der rote Adneter und der weißgelben Untersberger Marmor im Farbwechsel nebeneinander finden sich auch an einigen bedeutenden Salzburger Portalen. Aus Untersberger Marmor gefertigt sind auch die beiden Portallöwen, von denen sich einer heute im Nordosten des Kreuzgangs befindet. 

Man betritt nun das dunklere Langhaus das im reizvollen Gegensatz zum höheren, lichterfüllten Hochchor steht. Dass verzerrte Netzrippengewölbe, das aus bauchronologischen oder bautechnischen Gründen entstand, bildet den Deckenabschluss des Langhauses. Es lässt eine besondere Raumwirkung entstehen. Der Chor der Stiftskirche wurde nicht aufgrund einer darunterliegenden Krypta erhöht. Vielmehr wollten die Chorherren, ähnlich einer Bühne, die besondere Bedeutung dieses Bauteils hervorheben.

Am Chorgestühl, einem Meisterwerk der Gotik, fallen dem Betrachter besonders die Stirn- und Scheidewände aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts auf, die mit Ranken und Tiergestalten geschmückt sind. Dargestellt sind die Löwe, Pelikan, Einhorn und Hirsch. Die Bildsymboliken reichen weit in die Romanik zurück und tragen je eine Botschaft aus dem christlichen Glauben in sich. Während der Löwe für Christus, den König, steht, symbolisiert der Pelikan den aufopferungsvollen Kreuzestod Jesu für die Welt. Das Fabeltier des Einhorns steht für das Gute und die Reinigung von allem Bösen. Der Hirsch ist Symbol für die Erlösung durch Christus, auf den wir getauft sind.

Es hat sich viel getan...

Den spätromanischen Kreuzgang, der an die Südseite der ehemaligen Klosterkirche angrenzt, betritt man heute nicht mehr von der Kirche, sondern vom Schlossplatz aus. An den Kreuzgang, dem Herzstück der Klosteranlage, angeschlossen und von ihm aus zu erreichen waren verschiedene Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume des Klosters sowie die Kirche. Aber auch Chorherren und namhafte Stifter wurden hier beigesetzt, wovon zahlreiche Epitaphe heute noch zeugen.

In der offenen Hoffläche war ein Klostergarten angelegt. Der Kreuzgang war aber auch Verweilbereich für Mönche und Nonnen innerhalb der klösterlichen Tagesrhythmik von Schweigeperioden und Meditation, Redezeiten und Tätigkeiten des täglichen Lebens und damit Kommunikationszentrum des Klosters.

Die Bauplastik in der Entstehungszeit des Kreuzganges strebte nicht nach realistischen Darstellungen und Proportion, sondern hatte einen christlichen Symbolgehalt zu erfüllen. Dramatische Szenen, dämonische Gesichter und Fratzen sollten das Auge fesseln. Der ausgeprägte Kontrast zwischen Symbolen für Gutes und Schlechtes war durchaus gewollt und berechnet. Die Bildhauerkunst der Romanik ist durch das Streben nach starkem Ausdruck gekennzeichnet. Die Absicht liegt in der christlichen Mission Romanisches Flechtwerk ziert die Säulen und Pfeiler. Hier begegnet uns auch wieder die Welt der mittelalterlichen Symbolik.

Von zwei Heiligen geweiht

Die Stiftskirche ist zwei Heiligen geweiht: Petrus und Johannes der Täufer. Die beiden Personen sind eng mit der Lebensgeschichte verknüpft. Während Jesus sich von Johannes, der ihm vorausging, taufen lies, trug er Petrus auf, ihm nachzufolgen. Petrus bekam die herausfordernde Aufgabe übertragen, die von Christus begründete Kirche umsichtig und sicher zu führen. 

Sicher hatten die beiden Heiligen auch für die Augustiner Chorherren, die die Stiftskirche erbauten, eine besondere Bedeutung. So begegnen die beiden Kirchenpatrone dem Betrachter mehrmals, teilweise so unscheinbar, dass es ein genaues Hinschauen braucht: Unter anderem sind Johannes der Täufer und Petrus am Hochaltar, an den Seitenaltären und auf einem stelenartigen Wandschrein dargestellt.

 

Die Heilige Pforte in Berchtesgaden

Am 8. Dezember 2015  hat Papst Franziskus hatte im Vatikan das Heilige Jahr 2016 ausgerufen und die seit 15 Jahren verschlossene Heilige Pforte des Petersdoms geöffnet. Aber nicht nur im Kirchenstaat hatten Gläubige die Gelegenheit, eine Heilige Pforte zu durchschreiten. Am 13. Dezember 2015, dem 3. Adventssonntag, wurde im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes die „Pforte der Barmherzigkeit“ am Nordportal der Stiftskirche Berchtesgaden eröffnet, die bis zum 20. November 2016 ganz im Zeichen der Barmherzigkeit stand.

Spiritueller Impuls

"Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Finsternis werden sie nicht überwältigen." - Mt 16,18

Jesus übertrug Petrus die Aufgabe, seine Kirche weiterzuführen. Jesus vertraute Petrus, obwohl Petrus schon mehrmals Schwächen zeigte. Er traute Petrus zu, standhaft zu bleiben, auch wenn er um dessen Schwächen wusste. Und Petrus enttäuschte ihn nicht.

Was trauen wir anderen zu? Wen bestärken wir und geben ein Gefühl der Sicherheit, das anderen hilft, Herausforderungen gut zu meistern?

Der Gasthof Neuhaus

Der Gasthof Neuhaus ließ im Jahr 1576 der damalige Fürstprobst Jakob II als Hoftaverne erbauen, um in ihm Gäste beherbergen und bewirten zu können. Bis 1797 diente das Haus auch diesem Zweck. In der Hoftaverne wurde bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts ausschließlich Wein ausgeschenkt. Die Lagerung von Bier war damals nämlich nicht über einen längeren Zeitraum möglich. Nicht nur Gäste des Fürstprobstes nächtigten im Neuhaus, sondern auch die verschiedensten Handwerkszünfte fanden in der Taverne eine Herberge. Darüber hinaus entwickelte sich das Wirtshaus zum politischen Zentrum von Berchtesgaden. So fanden in ihm zum Beispiel die Bürgermeisterwahlen statt. Das Neuhaus war viele Jahre im Besitz des Augustinerstiftes. Als es 1797 in Privatbesitz überging, begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Wirtshauses. Einen großen Einschnitt gab es 1815: Nachdem Anton Wurm, der damalige Inhaber des Hofbrauhauses Berchtesgaden, das Gasthaus kaufte, ließ er in ihm auch sein Bier ausschenken.

In den darauffolgenden Jahrzehnten wechselten mehrmals die Pächter des Wirtshauses. Der Gastronomiebetrieb wurde nämlich nur an „Bestandwirte“, also Pächter, vergeben. Auffällig dabei ist, dass die Wirte oft früh verstarben und ihre Witwen einen neuen „Bestandwirt“ heirateten. Folglich wechselten die Pächter in regelmäßigen Abständen, bis das Neuhaus im Jahr 1971 erstmals wegen großer Umbauarbeiten schloss. In den darauffolgenden Jahren war die Traditionswirtschaft am Marktplatz nur noch gelegentlich geöffnet.

Seitdem das Gasthaus Neuhaus mit seinem markanten Gewölbe in der historischen Gaststube 2013 wiedereröffnet wurde, kehren Gäste und Einheimische gerne in ihm ein. Besonders der Biergarten, der im 19. Jahrhundert übrigens mit dem Abbruchmaterial der alten Türme der Stiftskirche aufgeschüttet wurde, ist im Sommer ein wahrer Besuchermagnet. Dann spenden die markanten Kastanienbäume erfrischenden Schatten und sorgen für angenehme Stunden.

Stiftskirche Berchtesgaden

Schlossplatz, 83471 Berchtesgaden
Tel.: +49-8652-9468-0

Ausgangspunkt / Parkplatz

Nonntal 4, 83471 Berchtesgaden

Eintritt / Preise

Eintritt frei

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