Pfarrkirche St. Sebastian Ramsau
Eine der bekanntesten Kirchen in Bayern- Jederzeit frei zugänglich
- Ramsau
Ein spiritueller Kraftort vor der eindrucksvollen Kulisse der Berchtesgadener Alpen ist die Kirche Sankt Sebastian. Nicht umsonst ist sie mit dem Bergmassiv der Reiter Alm im Hintergrund ein beliebtes Fotomotiv. Der traditionsreiche Oberwirt war früher eine Weintaverne und Herberge für das Transportwesen entlang des alten Handelswegs, der durch die Ramsau führte.
Im Bergsteigerdorf Ramsau erwartet Dich eine der bekanntesten Kirchen Bayerns: die Pfarrkirche St. Sebastian! Nur wenige Meter entfernt liegt der traditionsreiche Oberwirt – das Wirtshaus in Ramsau, das bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebt ist.
Ortsname und Geschichte von Ramsau
Urkundlich erstmals erwähnt wird Ramsau 1295 als ramsaw. Der Ortsname leitet sich vermutlich aus dem tirolerischen rams (angeschwemmter Schutt) und au (fruchtbare Fläche am Wasser) ab. An dem alten Handelsweg der Salzsäumer zwischen Berchtesgaden und dem Hirschbichlpass (Pinzgau/Österreich) wurde 1512, nahe einer bestehenden Taverne, mit dem Bau der Kirche begonnen. Vermutlich auf starkes Dränge der Bevölkerung, lag doch die Mutterkirche einige Gehstunden entfernt in Berchtesgaden. Heute präsentieren sich die Kirche, die vom alten Gottesacker umgeben ist, das ehemalige Mesnerhaus sowie der westlich gelegene Pfarrhof als beeindruckendes Gesamtensemble.
Pfarrkirche St. Sebastian Ramsau
Die Kirche in der Ramsau wurde 1512 unter Fürstpropst Gregor Rainer erbaut und ist den Heiligen Sebastian und Fabian geweiht. Bemerkenswert sind die kunstvoll geschnitzten Figuren von Christus und den Zwölf Aposteln (15. Jh.). Die Kirche wurde 150 Jahre von Berchtesgaden aus betreut. Ab 1657 residierte bei der Kirche ein Chorherr als selbstständiger Vikar, dem 1659 ein Pfarrhof eingerichtet wurde. Heute betritt man die Pfarrkirche im Westen durch das Portal im Turmuntergeschoss aus dem Jahre 1700. Auf der Orgelempore, die sich im 2-jochigen Anbau befindet, steht eine sehr seltene und geschichtlich bedeutungsvolle Steinmeyer-Orgel mit Registerkanzellen und mechanischer Spiel- und Registertraktur.
An der Brüstung der Empore beeindrucken zwölf Apostelfiguren (um 1420/30) mit ihren individuellen Attributen. Die Heiligen sind feingliedrig ausgeführt und von höfischer Eleganz. Charakteristisch sind die ab der Körpermitte weich und anmutig in tiefen Mulden drapierten Gewandfalten. In der Mitte Christus, als Salvator mundi (Erlöser der Welt oder Heiland der Welt). Dabei handelt es sich um einen Bildtypus, der im Spätmittelalter entstand: Die rechte Hand hält Christus zum Segen erhoben, in der linken hält er eine mit einem Kreuz bekrönte Sphärenkugel. Die Kugel symbolisiert Christi Herrschaft über die Welt. Die Forschung ist sich über den ursprünglichen Bestimmungsort nicht sicher, da sie vor dem Kirchenbau zu datieren sind.
Richtet man nun den Blick nach Osten, wird man vom Hochaltar im schmäleren dreijochigen Ursprungsbau aus der Spätgotik angezogen. Das frühbarocke Altarbild stammt aus einem Vorgängeraltar. Dargestellt wird das Martyrium des heiligen Sebastian, an einen Baum gefesselt und von Pfeilen durchbohrt. Die Altarfigur links stellt den heiligen Wendelin dar, Schutzpatron der Viehhirten. Rechts steht mit Pilgerstab und Pestwunde der heilige Rochus. In der Mitte über dem Altarbild ist der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen dargestellt. Der Giebelengel links neben dem Bild mit Seelenwage und Feuerschwert ist der Erzengel Michael.
Vor allem aus der Perspektive des Malerwinkels mit der Ramsauer Ache und dem Ertlsteg im Vordergrund sowie der Reiter Alm im Hintergrund wurde die Kirche von bekannten Landschaftsmalern künstlerisch festgehalten und wird als zentrales Bildmotiv auf Foto- und Ansichtskarten verbreitet.