Obersalzberger Gespräch

  • Vorträge & Lesungen
  • Berchtesgaden
  • Donnerstag, 21.05.26
  • 19:00 Uhr
Obersalzberger Gespräch: Verbotene Beziehungen
Verbotene Beziehungen im Nationalsozialismus: Weibliche Homosexualität im nationalsozialistischen Österreich

Die Historikerin Natascha Bobrowsky macht in ihrem Buch „Verbotene Beziehungen. Weibliche Homosexualität im nationalsozialistischen Österreich“ bisher kaum beachtete Verfolgungsgeschichten sichtbar. Die Autorin spricht über ihr Buch, ordnet im Gespräch mit Sarah Thome die Verfolgung der betroffenen Frauen im Nationalsozialismus historisch ein und reflektiert ihre Bedeutung für die Gegenwart.

Erst seit 2005 werden in Österreich Menschen, die als homosexuell verfolgt wurden, offiziell als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt. Die Lebensgeschichten von Frauen, die zwischen 1938 und 1945 aufgrund gleichgeschlechtlicher Handlungen, die in Österreich nach Paragraf 129 Ib StG angeklagt, verurteilt und inhaftiert wurden, sind kaum erforscht. Im Unterschied zu Deutschland stellte der Paragraf gleichgeschlechtliche Beziehungen sowohl zwischen Männern als auch zwischen Frauen unter Strafe.

In ihrem Buch rekonstruiert die Autorin anhand von Gerichtsakten die Lebenszusammenhänge und Beziehungen der betroffenen Frauen. Sie fragt danach, wie diese sich kennenlernten, miteinander kommunizierten und ihre Beziehungen gestalteten – und macht damit Geschichten sichtbar, die lange ungehört geblieben sind.

Anhand solcher Biografien diskutieren Natascha Bobrowsky (Universität Wien) und Sarah Thome (HOSI Salzburg – Interessensvertretung von LGBTIQA+-Personen) die zentralen Fragen des Buches: Welche Folgen hatten die Verurteilungen für die betroffenen Frauen? Wie gestaltete sich ihre Situation in Konzentrationslagern? Und wie lassen sich Dokumente, die aus der Täter*innenperspektive verfasst wurden, heute kritisch lesen?

Zugleich wird ein Bogen in die Gegenwart geschlagen: Welche Bedeutung haben diese verdrängten Geschichten für heutige Debatten über Erinnerungskultur, Sichtbarkeit und die Rechte von LGBTQIA+-Personen?

Die Veranstaltung wird durch Tanzperformances von Studierenden des Orff-Instituts der Universität Mozarteum Salzburg künstlerisch ergänzt und erfolgt in Kooperation mit der HOSI Salzburg – Interessensvertretung von LGBTIQA+-Personen.

Das Obersalzberger Gespräch findet am Donnerstag, 21. Mai 2026 um 19 Uhr in der Dokumentation Obersalzberg statt. Der Eintritt ist frei, für die Teilnahme wird um Anmeldung unter anmeldung@obersalzberg.de gebeten.

Informationen finden Sie unter www.obersalzberg.de 


 

Weitere Informationen:
organisation@obersalzberg.de

Termine

Donnerstag21. Mai 202619:00 - 21:00 Uhr

Impressionen

  • Obersalzberger Gespräch: Verbotene Beziehungen

Ort

Dokumentation ObersalzbergSalzbergstraße 41 83471 Berchtesgadenobersalzberg.deorganisation@obersalzberg.deTel.: +49 8652 947960
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Veranstalter

Dokumentation ObersalzbergSalzbergstraße 41 83471 Berchtesgadenobersalzberg.deorganisation@obersalzberg.deTel.: +49 8652 947960

Anreise

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  • Mit dem Bus:

    Bus: RVO 838 von Berchtesgaden

     

Dauerausstellung "Idyll und Verbrechen"
Institut für Zeitgeschichte | Leonie Zangerl

Dokumentation Obersalzberg

In der Dokumentation Obersalzberg kannst Du Dich auf multimediale Weise mit der Historie des Obersalzberges und der Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur auseinanderzusetzen.